Nur noch 3 Semester.

Dieser Beitrag liegt seit einiger Zeit in meinem Entwürfe-Ordner, ich weiß nicht genau, warum er nicht abgeschickt wurde. Also hier mein Beitrag zum siebten Semester, den ich im Februar geschrieben habe:

Morgen ist es so weit: Letzte Prüfung und dann ist das 7. Semester auch rum. Wie auch immer das passieren konnte… Dieses Semester war gleichzeitig ziemlich cool und ziemlich anstrengend. Cool war Neurologie, da haben wir viele tatsächlich interessante Vorlesungen gehabt, die Seminare waren sinnvoll und die beiden POL Fälle nicht von vornherein klar. Außerdem ist hier die Lehre mal sehr organisiert, das war bisher ja durchaus eher nicht so. Es gibt viele studentische Tutoren, die dementsprechend auch wirklich Lust auf das Fach haben. So macht das Lernen dann auch wesentlich mehr Spaß. Allerdings warte ich immer noch auf ein Prüfungsergebnis (seit 3 Monaten!) und bin mal gespannt, ob ich das jemals bekomme. Edit: Das Ergebnis kamen dann im März und ich bin sehr zufrieden. Es gab ein Problem, da es um eine abgegebene Arbeit ging und die eigentliche Ärztin diese aus irgendeinem Grund nicht geprüft hat. Das ist erst am Ende aufgefallen. Tja nun…
Ganz interessant war auch Psychiatrie, auch wenn das absolut nicht mein Fach ist und ich ehrlich gesagt wenig Nerv dafür habe. Naja, muss man durch. Wir hatten ein Seminar, zu dem jede Woche ein Patient eingeladen war und von einem Team von uns befragt wurde. Das war eigentlich ganz spannend, da die Krankheitsbilder recht unterschiedlich waren. Im Gegensatz dazu hatten wir bei Psychosomatik drei Mal eine Frau mit Anorexie, das ist dann irgendwann auch nicht mehr so interessant.

Dann gab es natürlich noch Innere und Chirurgie.. Tja nun, nachdem wir letztes Mal Thorax hatten, kam jetzt natürlich Abdomen. Mein geliebtes Abdomen (NICHT!)… Hier war allein die Organisation schon wesentlich schlechter, als im anderen Block und das Thema trägt nun auch nicht grade zur Begeisterung bei. Ich bin auch mal auf das Klausurergebnis gespannt, die war gar nicht so einfach. Edit: 2, kann ich wohl mit zufrieden sein. Übrigens gab es danach im achten Semester noch mal Seminare zum Thema Abdomen. Hat keiner so genau verstanden warum, aber war interessant.

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Achtes Semester – Teil 2

Nun zu den restlichen Fächern des achten Semesters. Zum einen war da das Thema Rheumatologie. War vorher nicht mein Thema, ist hinterher noch immer nicht wirklich mein Thema. Leider war die Vorlesung nicht besonders gut, da mal wieder nur Folien abgelesen wurden und das schmälert meine Motivation einfach total. Wenn der Dozent selber keinen Bock hat, ist es halt blöd. Schön waren aber die Seminare, da hatten wir einen sehr sehr engagierten jungen Facharzt, der sich wirklich Mühe gegeben hat und der uns einige Sachen noch mal näher gebracht hat, die wir in der Vorlesung noch nicht richtig verstanden hatten. Leider hat das für die Klausur nicht genug gebracht, ich hab zwar bestanden, aber die angestrebte eins in Innerer Medizin schaffe ich jetzt nicht mehr… 😀 Ja ich weiß, ist völlig egal, aber ich hab ja doch Ehrgeiz. 😉

Nächstes Thema: Dermatologie. Nun ja. Wer mich auf Twitter liest, wird es mitbekommen haben: Die Lehre fand ich wirklich gut! Das Praktikum hat wider Erwarten Spaß gemacht und wir konnten viele interessante Krankheitsbilder sehen und haben – dachte ich zumindest – viel gelernt. Auch die Vorlesung war spannend, da die Dozenten einigermaßen motiviert waren, uns ihr Fach näher zu bringen. Und was passiert dann? In der Klausur wird Facharztwissen abgefragt. Ohne Scheiß, selbst die Ärzte im Praktikum haben gesagt, dass sie viel nicht auf Anhieb beantworten konnten und die Fragen wirklich schwer fanden. Aber natürlich hat jeder Fragesteller das auf den Folien gehabt, klar. Das passt schon. Aber es ist halt scheiße, wenn auf 80 Seiten was zur Psoriasis vulgaris steht, man dann aber zu einer seltenen und auf nur zwei Seiten behandelten Sonderform befragt wird. Was soll denn sowas? Ich hoffe mal, die Nachklausur kriege ich hin, wenn man nach fünf Jahren wegen Derma am Studium hängen bleibt, wäre das doch wirklich völlig absurd!

Aber genug des Meckerns, jetzt komme ich zum interessanten Teil: Ich glaube ich weiß jetzt, was ich machen will. Es gab da nämlich noch drei Themen, die sich sogar sehr gut ergänzen: Unfallchirurgie, Orthopädie und Rehabilitative Medizin. Wow. Das war mal richtig cool! Reha haben die meisten meiner Kommilitonen natürlich belächelt, aber ich fand es wirklich spannend. Wir haben zum Beispiel viel zu Naturheilverfahren gelernt, die übrigens nichts – gar nichts! – mit Globuli zu tun haben. Dazu habe ich dann auch gleich noch eine Seminarreihe belegt und muss sagen, dass das schon eine ziemlich coole Sache ist. Allein schon, dass wir alles ausprobieren durften: Einen Tag probierten wir aus, was verschiedene Bäder und Güsse für Auswirkungen auf den Körper haben, am nächsten Tag testeten wir verschiedene Stromtherapien. Cool! Der Physiotherapieteil ist natürlich auch super, vor Allem wenn immer irgendwer massiert wird! 😉
Aber Reha, ich weiß ja nicht. Ich hab zwar früher schon mal überlegt, ob ich nicht Physiotherapeutin werden will, aber das hätte ich ja machen können. Dafür muss ich jetzt nicht unbedingt studieren. Aber wer weiß, vielleicht ändert sich das noch.

Noch besser war Unfallchirurgie, die Vorlesung war sehr spannend, allein schon wegen der Bilder natürlich. Während meine Sitznachbarin regelmäßig würgen musste, war ich hauptsächlich fasziniert und hätte gerne selber dran rumgebastelt. Also wohl doch Chirurgin, tja nun. Es gab dazu leider keine weiteren Kursangebote, aber nächstes Jahr gibt es mal wieder eine Tagesveranstaltung zum Thema.

Aber was mich wirklich fasziniert hat – hätte mir das vorher einer gesagt, ich hätte gelacht! – war Orthopädie. Was für ein cooles Fach! Mich hat vor allem fasziniert, wie vielfältig das Fach ist. Es gibt nicht nur Herz oder Darm, sondern Hände oder Wirbelsäulen oder Knie. Es gibt zwar größtenteils Arthrose bei älteren Menschen, aber es gibt eben auch Schäden bei Sportlern, es gibt angeborene Fehlstellungen bei Säuglingen und zum Beispiel Skoliosen bei größeren Kindern. Es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, sich zu spezialisieren oder halt eben nicht. Man kann sich ja eben so gut niederlassen, der Bedarf an Orthopäden wird in den nächsten Jahren sicher nicht abnehmen. Und wenn man Lust auf puzzeln hat, wie oben: Unfallchirurgie und Orthopädie sind ja auch noch eine gemeinsame Facharztausbildung. Sehr, sehr cool. Und wie gut, dass ich aus Gründen noch zwei Famulaturen machen muss, ich weiß wo eine davon sein wird. In der Klinik waren wir im achten Semester auch mehrfach und ich muss sagen, es war das erste Mal, dass alle Mitarbeiter wussten, dass Studenten kommen. Sie waren vorbereitet und vor allem: Nett! Das Klima war wirklich gut, man hat gemerkt, dass sich dort respektiert wird. Und denen hat die Lehre auch einfach wirklich Spaß gemacht, genauso wie mir und meinen Kommilitonen dadurch. Wenn alle Fächer so wären, würde das Studium bedeutend mehr Spaß machen!

Das achte Semester war bisher definitiv mein Lieblingssemester! Wenn man von der einen blöden Klausur mal absieht, hat das Meiste tatsächlich mal Spaß gemacht und es gab wenig unmotivierte Dozenten. So stelle ich mir das vor!

Achtes Semester – Teil 1

Time flies! Schon wieder sind einige Monate vergangen und ich habe nichts geschrieben. Heute möchte ich noch mal das achte Semester rekapitulieren, es gab viele interessante Themen und tatsächlich weniger zu meckern als sonst! Das achte Semester ist bei uns in Blöcke aufgeteilt, einmal den Vorlesungsblock und dann sowohl zwei Blöcke Praktikum, als auch zwei Blöcke Seminare.

Fangen wir mit den Praktikumsblöcken an, hier hatten wir Innere, Chirurgie und Allgemeinmedizin. Innere war leider nicht sehr spannend, wir haben den ganzen Vormittag Blut abgenommen und dann ewig Visite gemacht, da es teilweise nur einen Arzt gab, hat das auch ewig gedauert. Naja. Schade fand ich auch, dass wir wieder auf der gleichen Station waren, wie vorher schon. Ich finde Kardio zwar spannend, aber ich hätte mir auch gerne noch mal was anderes angeguckt. Allerdings war das ganze auch wieder gut für die Routine, Blutabnehmen und Aufnahmegespräche/-untersuchungen macht man ja im PJ auch hauptsächlich, es schadet also nicht.
Das Chirurgie Blockpraktikum fand ich super! Ich war mit einer Kommilitonin auf der Gefäßchirugie und wir durften an drei von fünf Tagen in den OP, wo wir auch assistieren durften. Nur zu zweit zu sein war da sehr vorteilhaft, die anderen Gruppen waren wesentlich größer, sodass nicht jeder assistieren konnte. Gut, bei uns war das assistieren jetzt nicht herausragend spannend, da richtige Mitarbeit nur bei zwei Amputationsresektionen möglich war, aber steril mit am Tisch stehen finde ich allgmeien schon mal ziemlich cool, vor allem weil die Chirurgen wirklich nett waren und alles sehr ausführlich gezeigt und erklärt haben. Übrigens, den Klassiker gab es auch: Wenn der Chirurg „Ach scheiße“ sagt, sollte man schon mal Kompressen bereit legen. Er hatte in dem Moment nämlich leider seinen vorher 45 Minuten lang präparierten Bypass zerissen. Ziemlich ärgerlich und vor allem ziemlich blutig… Aber keine Sorge, er hat ihn am Ende vernünftig gelegt bekommen und wir waren immerhin noch pünktlich zum Mittagessen. Die anderen beiden Tage haben wir mit der Wundschwester verbracht und haben viele verschiedene Verbände gezeigt bekommen und durften diese auch selber wechseln. Das ist spannender, als es sich anhört! Verbandwechsel ist zwar jetzt nicht unbedingt Hexenwerk, aber es gibt doch einiges zu beachten und wahnsinnig viele verschiedene Möglichkeiten, wie so ein Verband aussehen kann.
Alles in Allem durften wir also relativ viel machen, dafür dass wir nur eine Woche da waren und ich denke, ich habe auch ein bisschen was mitnehmen können.

Überrascht hat mich übrigens das Allgemeinmedizinpraktikum! Da ich nicht in die Stadt wollte, hatte ich ungefähr eine halbe Stunde Anfahrt, aber das hat sich wirklich gelohnt! Meine Praxis bestand aus drei Allgemeinmedizin-Fachärzten und einer Weiterbildungsassistentin und war in einem ganz hübschen, sagen wir mal mittelgroßen, Dorf – man brauchte immerhin fast zwei Minuten von einer Seite zur anderen mit dem Auto! Ich hatte vor Allem Kontakt mit dem Arzt, der mich auch am ersten Tag in Empfang nahm und mir erstmal alles zeigte und meine Erwartungen erfragte. Ich sagte ihm recht ehrlich, dass ich mir nicht sehr viel erwartete, aber die Landarztpraxis gewählt habe, weil ich mir da die größten Chancen ausrechnete, wirklich mal einen weiten Überblick über Allgmeinmedizin zu bekommen. Challenge accepted!
Gleich am ersten Tag durfte ich wirklich mitarbeiten, mir Therapien überlegen und auch gleich „handwerklich“ tätig werden, als ein Patient mit Schulterschmerzen kam und von mir dagegen „gequaddelt“ wurde (Das heißt, dass ich ihm ein Schmerzmittel unter die oberste Hautschicht gespritzt habe). Da er noch zwei Mal wieder kommen sollte, konnte ich das sogar gleich mehrfach üben.
Außerdem wurde ich täglich zu Hausbesuchen mitgenommen, was sehr sehr spannend war. Eine Situation ist mir da besonders in Erinnerung geblieben und wird einen eigenen Beitrag bekommen. Neben der Praxis im großen Dorf gab es auch noch Sprechstunden in zwei sehr kleinen Dörfern, die besonders von alten Menschen genutzt werden, die nicht mal eben in die Praxis im nächsten Ort fahren können. Auch das fand ich sehr interessant, weil es dort bis auf die Hausbesuchstasche, den mitgebrachten Laptop mit der Praxissoftware und einer Patientenliege nichts gab – wir mussten also tatsächlich mit den Händen, dem Stethoskop und gesundem Menschenverstand arbeiten. So hatte ich mir das erhofft! Eine weitere Aufgabe „meines“ Landarztes war auch noch die Visite im Altenheim, wo ich auch mitgekommen bin. Die Patienten haben sich teilweise richtig gefreut, dass ihr Arzt ein Mal die Woche rumkommt und sie mit ihm ein bisschen quatschen können, zumal es für viele ja auch seit Jahren der Hausarzt ist.
Ich könnte noch einiges mehr erzählen, aber ich denke das ist nicht besonders interessant. Es hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht, mal bei einem „richtigen“ Landarzt reinzuschnuppern und es war die reine Freude, wie viel Spaß der Arzt (und auch die Ärztinnen natürlich) an seiner Arbeit hatte. Es war das erste Mal, dass ich mir Allgmemeinmedizin wirklich vorstellen konnte!
Fazit: Wenn ihr könnt, dann macht das Allgemeinmedizinpraktikum unbedingt bei einem Landarzt! Klar, man fährt dafür dann vielleicht mal ein bisschen, aber man bekommt dafür auch einen tollen Einblick in einen wirklich schönen Beruf. Wenn euer Arzt dann auch noch so motiviert ist wie meiner, dann könnt ihr richtig was lernen. Und vor allem: Ärgert euch nicht, dass ihr 6 Wochen Allgmeinmedizin machen müsst im Studium, man kann das ganze wirklich interessant gestalten und wenn man sich gut anstellt, wird man viel mehr eigenständig arbeiten und denken dürfen, als man es im Krankenhaus tut.

So viel zu den Praktika, der Rest des achten Semesters folgt. 😉

Schwangere gehören in den Kreißsaal!*

*also, das sagt zumindest die Notaufnahme. Und ich wüsste gerne mal, wie die darauf kommen. Egal was die Schwangere hat, in welcher Woche sie ist und wie sie aussieht. Sobald du mit ihr an der Anmeldung stehst heißt es „Fahrt sie mal in den Kreißsaal“. Da ist es völlig egal, ob sie wirklich Wehen hat oder ob ihr Fuß gebrochen ist. Wahrscheinlich würden sie das auch sagen, wenn man drauf rumdrückt. Ist natürlich Blödsinn. Ein Beispiel:
Meine Kollegin – nennen wir sie Bea – und ich sitzen auf dem ersten RTW, haben grade zu Abend gegessen und wollen auf’s Sofa. Das wird jäh durch ein dämlich schrilles Geräusch unterbrochen: „Rückenschmerzen 32 SSW“. Ach herrjeh. Natürlich denkt man auch auf dem Retter erstmal an beginnende Geburt und Kreißsaal. Als wir ankommen, zeigt sich aber doch recht deutlich ein anderes Bild. Die arme Frau liegt zusammengekrümmt auf ihrem Badezimmerboden und kommt nicht mehr hoch. „Ich glaub ich hab nen Bandscheibenvorfall“ sagt sie. Anamnestisch finden wir heraus: Es ist das vierte Kind, Wehen kennt die Dame also und wenn sie sagt sie hat keine, dann hat sie auch keine. Das glaub ich ihr auf’s Wort, außerdem hatte sie schon zwei BSV und es wieder exakt genauso weh tut. Des Weiteren kann sie sich kaum bewegen, was für Wehen auch eher untypisch ist (Presswehen sind es ja wohl nicht, das hätte man gemerkt…). Wie genau es angefangen hat kann ich jetzt leider nicht mehr sagen, das ganze ist schon recht lange her. Bea und ich beraten, was wir jetzt weiter machen. Erstmal versuchen wir, der Dame irgendwie aufzuhelfen: Keine Chance. Auch mit ihrem Ehemann bekommen wir sie keinen Millimeter bewegt, ohne dass sie wimmert. Ja blöd, wir sind nämlich im ersten Stock. Runter tragen ist mit BSV nicht wirklich witzig, weil jede Bewegung dem Patienten extrem weh tut. Wir wissen selber, dass Analgesie schwierig ist. Paracetamol ginge wohl, aber das ist mit großer Sicherheit nicht stark genug. Opioide fallen raus, wäre die Frau schon am Ende der SS könnte man das machen und dann eben gleich die Geburt einleiten im Krankenhaus. Wäre möglich. Aber in der 32 SSW macht sowas natürlich keiner freiwillig. Naja, wir holen trotzdem nen Arzt dazu, vielleicht fällt dem ja was ein. Und wenn nicht, können die beiden wenigstens tragen helfen.
So ist es dann auch, der Arzt sieht keine Möglichkeit der suffizienten Analgesie. Zu viert tragen wir die arme Patientin dann mit dem Tragetuch im Schneckentempo durch den sehr engen Flur und die Wendeltreppe runter auf unsere Trage. Meinen Respekt hat sie: Sie hat sich nicht einmal laut geäußert. Weiß wie ne Wand vor Schmerz ist sie trotzdem und es tut mir echt leid, dass mehr als Händchenhalten nicht geht. Danach fahr ich im Schneckentempo ins 20km entfernte Krankenhaus. Gott sei dank liegt das aus unmittelbar an der neu gebauten, graden Straße genau dahin. Einmal abbiegen, drei Bahnübergänge, keine Schlaglöcher. Immerhin etwas. Wie lange wir gebraucht haben kann ich nicht sagen, am Krankenhaus angekommen sind wir alle drei (Das NEF ist vom Einsatzort gleich weiter, die brauchten wir ja nicht…) sehr glücklich, dass es bis dahin halbwegs erträglich nicht völlig unerträglich war. Was Frauen für ihre Kinder aushalten ist schon beeindruckend. Ich hätte wahrscheinlich nicht nur ein bisschen geheult vor Schmerzen. Aber nun zum Grund für meine Geschichte: Bei der Anmeldung erzähle ich, was passiert ist und dass wir aufgrund der Vorgeschichte von einem BSV ausgehen.
„Dann fahrt mal in den Kreißsaal hoch“ „Ähm, was sollen die mit der Patientin?“
„Na, die ist doch schwanger!“
„Die hat nen Bandscheibenvorfall?!“
„Naja, vielleicht sind es auch Wehen!“
„Die Frau hat schon drei Kinder und hatte schon Bandscheibenvorfälle. Meinst du nicht, dass sie weiß ob sie Wehen hat?“
„Die sagen doch immer, sie hätten keine Wehen und haben dann doch welche. Fahrt hoch!“

Und so weiter. Wir haben sicherlich zehn Minuten diskutiert, bis man eingesehen hat, dass der Kreißsaal grade so gar nicht hilft. Was sollen die denn da bitte machen? Die erste Sache ist: Kreißsäle sind eigentlich immer viel zu voll. Die haben keinen Platz für Frauen ohne Wehen. Zweitens: Im Kreißsaal sind hauptsächlich Hebammen und vielleicht noch eine Gyn-Assistentin/ein Gyn-Assistent. Was sollen die bitte mit einem Bandscheibenvorfall? Drittens: Es gibt kein einziges Anzeichen dafür, dass die Schmerzen eigentlich Wehen sind. Warum kann man das uns und der Patientin nicht einfach glauben? Wir machen das ja auch nicht erst seit gestern, werden aber bei Schwangeren immer so behandelt. Was soll das?

Halbzeitgedanken.

Hallo ihr lieben Menschen, die eventuell noch meinen Blog lesen, auch wenn er ziemlich in der Versenkung verschwunden ist. In den letzten Monaten ist viel passiert und ich weiß gar nicht, was ich alles schreiben kann. Beziehungsweise, was ich schreiben kann weiß ich schon, was ich soll ist eher die Frage. Das ist auch ein Grund, warum hier nichts mehr kommt. Ja gut, und dass ich einen Haufen bei twitter schreibe und dann nicht mehr das Bedürfnis hab, es hier abzuladen. Naja. Erster Beitrag nach x Monaten, here you come:

Vielleicht fang ich erstmal mit jetzt an und schreibe dann ein paar Artikel, die ich dann nach und nach poste. Das wäre doch mal eine Idee. Die letzten Tage haben mal wieder ungefähr eine Million Leute gefragt, was ich denn später mal machen möchte. Standardantwort ganz früher: Neurochirurgin. Standardantwort vor und am Anfang des Studiums: Kardiochirurgin. Standardantwort bis vor kurzem: Irgendwas mit Kardio (…vermutlich Innere, weil Kardiochirurgie sich schlecht mit Familie vereinbaren lässt…). Standardantwort jetzt: Ja, was eigentlich? Ich versuche mich momentan aus der Affäre zu ziehen und irgendwas unverfängliches zu sagen. Meistens „Irgendwas mit Chirurgie“ oder weiterhin „Irgendwas mit Kardio“. Man kann ja eh sagen was man will, merkt sich kaum einer. Aber was WILL ich denn eigentlich?

Neulich, vor dem Semester, hab ich eine Woche in einem nahegelegen Klinikum schon mal ein paar Wahlfachstunden gesammelt. Mit dabei war ein Tag in der Gyn. Ich hab das vermeintlich kürzere Streichholz gezogen und „musste“ in den OP, statt in den Kreißsaal zu „dürfen“. Was dann folgte, war aber eigentlich klar: Kolibri ist geknickt, weil sie Babies holen wollte und nicht durfte. Kolibri zieht statt dessen die grünen Klamotten an und fühlt sich schon wieder ein bisschen besser: Endlich mal wieder im OP! Und diesmal nicht zum Striche machen. Anästhesie – zumindest der Teil mit den OPs – wäre ja mal so gar nichts für mich. Aber OPs, tja, die finde ich cool. Und dann? Einfach daneben stehen? Pustekuchen! Die Chefärztin höchstpersönlich zeigt mir, wie man sich wäscht; die (es gibt sie also doch!) nette OP-Schwester hilft mir beim Steril anziehen und schwupp – ich stehe am Tisch und halte Haken. Und das ist so viel besser als Babies holen und vor allem scheine ich das sogar zu können. Ihr mögt jetzt vielleicht fragen wollen, was man daran nicht können kann, aber glaubt mir einfach: Es ist nicht so einfach, sich in seinem ersten OP Aufenthalt nicht unsteril zu machen, keinem im Weg zu stehen, die Haken zur Zufriedenheit der Chefin zu halten und auch noch die ein oder andere Frage beantworten zu können. Ich war hinterher zwar klatschnass, aber glücklich. Scheiß auf Babies, operieren will ich!  Tja, und da steh ich also nun wieder vor der Ausgangsfrage: Was will ich eigentlich nach dem Studium machen? Gut, es ist erst Halbzeit. Ich hab noch drei Jahre. Aber es wäre schon sinnig, wenn man die in Frage kommenden Fächer mal ausprobiert hat vorher. Das Problem an der Sache ist aber, dass man von den vier Famulaturen nur zwei in der Klinik machen darf. Die anderen beiden müssen in einer Praxis oder Ambulanz sein, eins davon Hausarzt. Na toll. Jetzt stehe ich also vor der Frage, wie kriege ich verdammt noch mal Gyn, Kardiochirurgie und die eigentlich noch gewünschte Palliativmedizin in eine verbleibende Famulatur? Manchmal hasse ich diese dämlichen Vorschriften. Mehr als diese eine Klinik-Famulatur schaffe ich nämlich nicht mehr, außer ich mache nach dem zehnten Semester noch eine oder ich setze ein Semester aus. Toll. Ja gut, ich könnte auch einfach meine Pläne für nächstes Jahr im Sommer noch mal kippen, aber das ist es dann wahrscheinlich auch nicht wert.

Fazit des heutigen Blogbeitrags ist die Frage: Wie soll man sich denn bitte entscheiden, bei der riesigen Anzahl an interessanten Fächern?

Autsch! Mich hat ein Stein getroffen…

Huch! Ich muss wohl die letzten beiden Monate geschlafen haben, aber zum Glück hat mich grade ein Stein am Kopf getroffen. Da klebt eine Nachricht von wheelie dran: „nominiert […] Liebster Award […] schon sehr gespannt auf Deine Antworten!“.
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[…] Liebster… LIEBSTER AWARD! 🙂 Ich fühle mich geehrt und mache natürlich gleich mit, vielen Dank für die Nominierung.


Doch was ist der „Liebster Award“ überhaupt?

Der „Liebster Award“ unterstützt in erster Linie neue Blogs, um in der Bloggerwelt bekannter zu werden. Natürlich ist es für „alte Hasen“ (die weniger als 300 Follower haben) auch eine gute Möglichkeit, noch etwas bekannter zu werden. Der „Liebster Award“ ist eine Vernetzung zwischen Bloggern. Es funktioniert ganz einfach. Man wird nominiert, beantwortet die gestellten Fragen, stellt selbst wieder Fragen und nominiert erneut Blogs für den Liebsten Award.

Regeln:

Da übernehme ich mal die von meiner letzten Nominierung:

– Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf eurer Seite. Falls möglich, hinterlasst auf ihrem Blog einen entsprechenden Kommentar, in dem ihr auch für andere sichtbar den Award annehmt.

– Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite, so dass der Liebster Award nach außen hin sichtbar ist und bleibt.

– Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite. Wer über die Fragen hinaus Fakten über sich präsentieren möchte, kann dies in einem eigenen Blog: Fakten über mich (bis zu 11 möglich); wer mit den Fragen gar nichts anfangen kann, darf sie ausnahmsweise auch mal gegen Fakten austauschen; sollte das dann aber auch entsprechend begründen.

– Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf euren Blog.

– Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.

– Nominiert zwischen 2 und 11 Blogger mit weniger als 300 Follower, die ihr gerne weiter empfehlen wollt.

– Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt. Empfohlen wird dafür die Kommentarfunktion auf den jeweiligen Blogs zu nutzen, falls diese passend ist.

– Empfohlen wird auch, die jeweils Nominierten vorab zu fragen, ob sie überhaupt mitmachen wollen, damit sie sich nicht überfallen fühlen.


Na, dann schauen wir doch mal, was die liebe Wheelie mir so für Fragen gestellt hat! 🙂

1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Gute Frage, ich glaube ich wollte gerne selber mehr richtige Erfahrungsberichte vom Medizinstudium. Da ich nicht besonders viele gefunden habe, hab ich einfach selber einen angefangen. Seit dem Physikum habe ich das allerdings ein bisschen schleifen lassen, ich hoffe ich habe irgendwann wieder mehr Motivation und kann „mein Werk“ fortsetzen. 😀

2. Was ist dein Lieblingsbuch?

Ohje, Lieblingsbuch… Weißt du wie groß mein Bücherregal ist? 😀 Aber wenn ich jetzt mit vorgehaltener Pistole eins davon aussuchen müsste, wäre es vermutlich „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett. Ich liebe aber auch Harry Potter und die City of Bones Reihe und noch einige mehr!

3. Welche Hobbys – das Bloggen ausgenommen – hast du?

Ich spiele gerne Fußball, allerdings schon lange nicht mehr im Verein. Ich lese sehr gerne, wenn ich nicht mal wieder eine mehrtägige Videospielphase habe (das kommt bei mir immer Schubweise und geht dann meistens auch wieder für ein paar Monate) und wenn nicht grade meine „fauler Sack Gene“ durchschlagen, bin ich gerne in der Natur. Da spielt sich auch mein jüngstes Hobby ab: Ich liebäugele damit, einen Jagdschein zu machen. Bei Interesse kann ich gerne über die Jagd auch mal einen Beitrag machen, besonders für alle, die jetzt vielleicht gezuckt haben, ob sie das gut finden.

4. Welche Blogs liest du gerne?

Ganz allgemein lese ich gerne Blogs über Rettungsdienst- und Krankenhausalltag, aber auch „Mami-Blogs“. Vielleicht frische ich demnächst meine Blogroll wieder auf, da sind aber ein paar schon drin. 😉

5. Wen würdest du gerne mal treffen?

Puh, ist das jetzt eher eine realistische oder philosophische Frage?
Realistisch fand ich den Alex Bommes bei der ARD Olympiaübertragung sehr sympathisch, den würde ich wohl mal zu uns nach Hause einladen. Die Queen oder Angela Merkel wären sicher auch interessant!
Philosophisch: Ich würde gerne den Vater meines Verlobten kennen lernen, der leider vor vielen Jahren schon verstorben ist.

6. Wenn dein Leben verfilmt werden würde, wer sollte dich verkörpern?

Cobie Smulders, die ist heiß! Nein, Spaß bei Seite, das müsste ich wohl selber machen…

7. Was ist dein(e) Lieblingsfilm bzw. -serie?

All time favorites: König der Löwen und Star Wars Episode IV
Lieblingsserie ist natürlich Grey’s Anatomy 😉

8. Was ist dein größter Traum?

Ärztin sein!

9. Was ist dein derzeitiges Lieblingslied?

Keine Ahnung, irgendwas von Adele vielleicht. Die hat nur gute Lieder!

10. Welche Stadt ist deine Lieblingsstadt? Und warum?

New York City, weil die Stadt einfach unfassbar faszinierend ist.

11. Was ist für dich das Wichtigste im Leben?

Eine Familie zu haben.


So, jetzt muss ich mir eigentlich auch Fragen ausdenken und Leute nominieren… Das würde ich gerne vertagen, da ich eine Person auf jeden Fall erst Fragen muss und dann muss ich über die Fragen nachdenken! 😀

 

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Darüber macht man keine Witze!

Ich wollte unlängst auch dieses Thema mal aufgreifen, weil es mich unsäglich nervt, wie wir manchmal für unsere Sprüche angekackt werden. Aber eigentlich ist hiermit alles gesagt:

rescue blog

Ich kann verstehen, dass so mancher derber Witz für Außenstehende erschreckend ist.
Aber wir machen solche Witze nicht, weil wir respektlos sind oder herzlose Menschen, die sich über ihre hilflosen Patienten lustig machen und keine Grenzen kennen.

Wir machen keine Witze über unsere Patienten, schwere Erkrankungen und über andere “Dinge, über die man keine Witze macht”, weil wir empathielose Arschlöcher sind. Eigentlich ist ja sogar das Gegenteil der Fall.

Ohne das Rumblödeln mit (Berufs-)Kollegen und anderen Menschen, die das Gefühl nachempfinden können, einen psychisch belastenden Einsatz durchgestanden zu haben, hätte ich schon längst den Verstand verloren bei der ganzen menschlichen Abgrundscheiße, die man so in einer durchschnittlichen Woche zu sehen bekommt.
Es ist eine Möglichkeit, wieder Abstand zu gewinnen zu Fällen – zu den Menschen hinter den Fällen – die einem doch irgendwie näher gegangen sind als sie dürfen.

Ursprünglichen Post anzeigen 315 weitere Wörter

Sechstes Semester <3

Hallo ihr Lieben!

Das neue Semester ist nun einen Monat alt und was soll ich sagen? Es ist ziemlich toll! Allem voran der Kardioblock: Endlich machen wir mal etwas, was mich wirklich und vor allem komplett interessiert. Die Dozenten sind weitgehend gut und versuchen uns den Spaß an Kardiologie und Kardiochirurgie zu vermitteln (Ist bei mir nicht nötig, ihr wisst ja, dass ich Kardio liebe <3). Die Seminare sind zwar teilweise ein bisschen langatmig, aber bisher haben wir immer etwas gelernt. Und das aller Beste: Bisher verstehe ich alles und das Meiste ist noch mal Wiederholung von dem, was ich in der Famulatur schon gelernt habe. Ich habe also ganz gute Chancen, dass davon was hängen bleibt. Herrlich!
Apropos hängen bleiben: Aus Pharma weiß ich noch erstaunlich viel! Ich bin auch da richtig begeistert, was das Hirn so leisten kann.

Was ein bisschen dröge ist, sind bildgebende Verfahren, die Radiologen (Sorry Pippo :* ) sind ja doch nicht so ganz von dieser Welt! 😀 Aber andererseits ist das ein ziemlich wichtiges Fach und ich freue mich auf meinen Röntgenkurs nächste Woche, nachdem ich kürzlich schon einen mehrtägigen Sonokurs hatte. Kaum zu glauben: Nach ein paar Terminen kann man echt schon ganz gut mit dem Gerät umgehen und weiß zumindest, wie man ein schöneres Bild kriegt und wie man den Schallkopf bewegen muss, um den besseren Bildausschnitt zu bekommen.

Dann gibt es da dieses Semester noch Biometrie oder medizinische Statistik oder sowas – ich hab noch nicht ganz verstanden, was aus dem QB grade dran ist…. – das ist eigentlich ganz spannend, wenn auch viel Mathe und da vor allem eben Statistik. Mit Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung hab ich mich schon immer etwas schwer getan, daher ist es nicht grade mein Lieblingsfach. Aber generell sind medizinische Studien ja schon spannend und man sollte sich zumindest mal damit beschäftigt haben, damit man sie hinterher vernünftig lesen kann.

Das ist es eigentlich weitgehend. Es gibt noch ein oder zwei kleinere Fächer, da allerdings nur Vorlesungen von denen ich bisher zwei besucht habe. Lohnt die Erwähnung kaum… 😀

Schönes und sonnenreiches Wochenende euch noch!

Famulaturbericht Teil 2

Hallo ihr Lieben!

Ich wollte mich ursprünglich jede Woche aus der Famulatur melden, aber dafür war es zu unspektakulär – Spaß gemacht hat es aber trotzdem! Meine tägliche Arbeit war morgens Blut abnehmen (4-12 Patienten) und danach Aufnahmen machen, also Anamnesegespräch plus körperliche Untersuchung. Das hat mir ordentlich Übung gegeben, gefühlt fast schon ein bisschen Routine!

„Besondere“ Sachen habe ich natürlich auch gemacht, die Ärztinnen mochten mich offenbar, sodass ich überall mal reingucken durfte. Ich schreibe am Besten mal zu allem ein bisschen:

Ergometrie: Patienten auf dem Fahrrad mit EKG, Blutdruck und teilweise auch zusätzlicher Spirometrie. Das ist erstmal die Grundkonstellation und nicht weiter aufregend. Das Tolle an der Sache war viel mehr die Ärztin, die wirklich zu allem Fragen stellte und so nicht nur vorhandenes Hintergrundwissen wiederholte, sondern auch wirklich Unmengen an weiteren Details einbrachte. Hervorgekramt aus der letzten Ecke des Kopfes bei mir zum Beispiel: Wenn ein interner Defi (ICD) unkontrolliert schießt, einfach einen Magneten drauf legen, solange ist er abgestellt und der Patient wird nicht geschockt. Anders beim Schrittmacher: Der wird dann normalerweise auf eine voreingestellte Freuqenz umgestellt. Muss man auch erstmal wissen. (Damit ich nicht in Teufels Küche komme: Probiert sowas auf gar keinen Fall aus, wenn ihr nicht Arzt seid!)

Langezeit-EKG Auswertung: Das war nicht so spannend, ist im Prinzip wie jedes andere EKG auch, nur dass man halt 24h auswerten muss. Erkenntnis hier: Es gibt intermittierendes Vorhofflimmern, das auch einfach so wieder in einen Sinusrhythmus konvertieren kann. Wusste ich vorher auch nicht!

Herzkatheter: Hier hatte ich leider nicht so viel von, da es nur zwei schwierige Patienten gab und der Oberarzt da lieber keinen Studenten direkt bei gehabt hat. Konnte ich auch verstehen, zumal ich auch dachte, dass die Assistenten am Monitor mir auch einiges erklären können. Leider waren die da aber irgendwie nicht so gesprächig oder kompetent oder was auch immer. Der letzte Patient kam als Notfall rein, dabei: Die Oberärztin. Ich sag euch, da wollt ihr nicht Patient sein! Die Frau war völlig hektisch (Ja, Notfallsituation, aber trotzdem völlig unnötig) und hatte offensichtlich kein Konzept dafür, dass der Patient vielleicht nicht so kooperativ ist. Wer kann aber auch einem 80 Jährigen, dementen und ziemlich weggetretenem Opa verdenken, dass er nicht auf einem harten Tisch liegen mag, die Arme über dem Kopf verschränkt, mit zwei Röntgenbögen über sich und einem merkwürdigen Ziepen in der Leiste? Es uferte dahin aus, dass die OÄ irgendwann anfing zu schreien und versuchte, die Arme des Patienten irgendwie anzubinden. Erst nach ziemlich unangenehmen 10 Minuten für alle Beteiligten kam sie darauf, ein Sedativum zu geben… Danach hatte ich dann auch erstmal genug vom Herzkatheter, so kann man doch unmöglich arbeiten geschweigedenn lernen!

Elektrophysiologie: Der Teil ist eigentlich wie Herzkatheter, nur ein bisschen abgespaced! Hier werden hauptsächlich mit Strom zusätzliche Leitungsbahnen am Herzen verödet, womit Rhythmusstörungen behoben werden können. Es kommt hier sehr darauf an, wie gut der Arzt erklären kann und will. Beim ersten Mal habe ich relativ viel verstanden, da haben wir eine Isthmusablation gemacht, um ein Vorhofflattern zu beenden. Da jetzt aber zu erklären, was genau ich gelernt habe ist leider zu schwierig, ohne ein bisschen was zu zeichnen und ziemlich viel Vorwissen zu erklären. Seht es mir nach ❤ Auf jeden Fall habe ich beim nächsten Patient (anderer Arzt) leider nicht mehr so viel verstanden, das war vielleicht aber auch wirklich schwieriger zu erklären.
Zusätzlich zu diesen invasiven Untersuchungen gab es auch noch ein paar Kardioversionen, die ich selber durchführen durfte. Fast wie im Fernsehen: Paddles aneinander reiben, drauf drücken und *wumm* – Herrlich 😀 !

Schrittmacher-OP: Endlich mal wieder ein bisschen OP-Luft! Hier durfte ich anschauen, wie ein ICD implantiert wird. Coole Sache, da das vom „normalen“ Kardiologen gemacht wird und nicht vom Herzchirurg und somit für mich nicht völlig abwegig ist. Procedere funktioniert wie folgt: Es wird ein Schnitt unter dem Schlüsselbein gemacht und unter dem Brustmuskel eine Tasche für den Defi frei gemacht. Dann werden über die V. basilika (oder eine andere gut präparierbare Vene) die Schrittmacher und Defi-Sonden eingeführt und unter Röntgenkontrolle an die richtige Position gebracht. Die Kabel werden mit dem Defi/Schrittmacher verbunden, der wird getestet und dann in die Tasche gesteckt. Am Ende wird alles wieder zugenäht und ist für Studenten eine ziemlich coole Sache, wenn es auch nur ungefähr eine Dreiviertelstunde dauert. Aber OP ist halt immer irgendwie cool – zumindest für mich!

Schrittmacher-Kontrolle: Das war eher zufällig, der schnuckelige (sic!) Assistenzarzt lief mit einem sehr merkwürdigen Gerät in unser Arztzimmer. Ich fragte was das ist, woraufhin er nur meinte „wenn du Zeit hast, komm mit, ich zeigs dir“. Gesagt, getan. Wir sind also auf die IMC gegangen und haben mit dem merkwürdigen Gerät: *tadaaaa* einen Schrittmacher ausgelesen. Die Fragestellung dabei war ob der SM noch richtig funktioniert, da das EKG eher so aussah als würde die Stimulation nicht richtig ausgelöst werden. Ich versuche mal zu erklären, was damit gemeint ist: Der SM war so eingestellt, dass er Vorhof und Kammer stimulieren kann. Das funktioniert so, dass zunächst der Vorhof stimuliert wird und das Gerät schaut, ob diese Stimulation richtig auf die Kammern fortgeleitet wird und somit für einen suffizienten Herzschlag sorgt. Funktioniert diese Überleitung nicht, wird noch mal in der Kammer stimuliert, um den Herzschlag auszulösen. Und irgendwas in diesem System hat nicht funktioniert, was wir mit dem Auslesegerät aber beheben konnten, damit kann man den Schrittmacher nämlich auch einstellen (das ist aber insgesamt ganz schön kompliziert).
Außerdem haben wir an einem anderen Tag noch einen ICD ausgelesen, der offensichtlich falsch geschockt hatte. Was hier besonders cool war: Neben dem Schock, den die Patientin gemerkt hatte, gab es noch zwei weitere, an die sie sich nicht erinnern konnte. Hier hat der Defi nämlich funktioniert wie er sollte: Die Patientin hatte beide Male ein astreines Kammerflimmern und ihr wurde demnach von ihrem ICD das Leben gerettet! Das ist schon eine ziemlich coole Sache wenn man bedenkt, dass sie da vermutlich alleine zu Hause war und somit ziemlich sicher daran verstorben wäre. Den Ausdruck vom Kammerflimmern und der Intervention hat der Arzt mir ein paar Tage später noch auf Station gebracht, weil ich so fasziniert war. 🙂

Echokardiografie: Hier habe ich leider nicht so viel Zeit verbracht, da angeblich immer super viel zu tun war. Nun ja… Sag ich nichts zu! Das mal als ich da war, war aber ganz spannend. Wie ein Herz im Ultraschall aussieht ist mir ja generell nicht unbekannt, aber wie man die unterschiedlichen Blickwinkel einstellt und das ganze dann auch noch auswertet, ist schon irgendwie eine Kunst für sich! Ich hoffe, da kann ich mal ein paar Tage und Wochen mehr verbringen, damit ich das vernünftig lerne.

 
So. Das müsste jetzt eigentlich alles wesentliche gewesen sein. Die vier Wochen Kardio haben mir auf alle Fälle super gefallen und ich habe wirklich eine Menge gelernt! Klar bin ich immer noch meilenweit davon entfernt, ein EKG wirklich sicher auswerten zu können, wenn es nicht grade der offensichtliche STEMI ist, aber trotzdem fühle ich mich wesentlich sicherer dabei und auch bei Anamnese und Untersuchung und das war ja das Ziel der Sache!
Besonders gefreut hat mich, dass mir am Ende wirklich alle gesagt haben, dass ich das richtig gut gemacht habe und dass ich so weiter machen soll. Das ist schon ein klasse Gefühl! 🙂 ❤
Den nächsten Bericht bekommt ihr dann, wenn das Semester wieder richtig los gehtv