Eierschaukeln oder „Das Biopraktikum“

Wir wurden ja vor dem unglaublich schlechten Biopraktikum gewarnt. Verschwendete Lebenszeit, völlig langweilig, total doof. Naaaja. Also entweder, die Biologen haben ihr Praktikum neu aufgelegt, oder die Dritties sind alles ehrgeizige Streber, die ohne Druck nicht arbeiten können(Bevor einer meckert, das war jetzt natürlich gewollt überspitzt).
Das Praktikum bestand aus fünf Tagen mit je zwei Blöcken, die drei Stunden gehen sollten, die meisten waren kürzer. Und was soll ich sagen? Ich fands gut! Klar kann man seine Zeit auch schöner verbringen, aber im Gegensatz zu den anderen Praktika brauchte man kein Vorwissen, sondern sollte wirklich im Praktikum was lernen. Einige Sachen waren recht langatmig erklärt (1,5h Vortrag über Messweise und Messfehler bei BMI und co. muss dann doch nicht sein…), aber im Großen und Ganzen ja doch recht interessant. Immerhin weiß ich jetzt theoretisch, wie man Chromosomen unterscheiden kann und wie man ein Blutbild macht. Für die, die es nicht wissen: Man macht einen Blutausstrich, färbt den an und zählt dann die verschiedenen Blutkörperchen. Jetzt weiß ich auch, warum die das so ungerne machen beim Arzt. 😀

Im Gegensatz zu Physik und Chemie brauchten wir weder Testate noch Protokolle zu machen, was ich sehr angenehm fand. So konnte man zuhören wenn man wollte, oder malen wenn’s einen nicht interessiert hat. Also ICH hab mit Unterforderung nicht so das Problem. 🙂

Nun geht’s auf in die letzte Woche vor dem neuen Semester. Muss mich noch um nen Pflegepraktikumsplatz kümmern *genervt guck*

Bis nächste Woche!

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Chemiepraktikum oder „wie quält man Medizinstudenten“

Es ist schwierig,das Chemiepraktikum zu beschreiben, ohne sich wieder in Rage zu reden… Zunächst mal zum Aufbau: Wir hatten an fünf Tagen je eine Versuchsreihe, mit der wir verschiedene chemische Eigenschaften von Stoffen herausfinden sollten. So weit, so gut. Die anderen hatten uns gewarnt, dass der Lebensinhalt der meisten Chemiker ganz klar „Medizinstudenten quälen“ ist. Hab ihnen erst nicht geglaubt, fand Chemie immer cool und mache gerne Versuche. Aber Pustekuchen! Es war teilweise sogar schlimmer als angekündigt, aber fangen wir mit den guten Tagen an.

Zuerst haben wir ASS synthetisiert, was ich immer wieder spannend finde (Ja ich weiß, ich werde dafür auch immer blöd angeguckt. Aber was solls…). Der Tutor war recht gelangweilt, aber hat alles super erklärt und größtenteils eigentlich auch jeder Zweiergruppe selbst den Versuch aufgebaut, wir mussten eigentlich nur noch gucken, was passiert. Das Protokoll sollte auch nicht sonderlich ausführlich werden, super! Der Tag war auch schon früh vorbei, sodass wir gleich noch das erste von zwei Testaten eingeschoben haben: Beide haben eine 3+ bekommen, damit bin ich zufrieden, hauptsache bestanden.
Es gab noch einen Versuch zum Lösungsverhalten verschiedener Stoffe, der nicht weiter spektakulär war: Stoffe zusammenkippen, Beobachtung aufschreiben. Waren nach zwei Stunden fertig und sind dann erstmal frühstücken gegangen (Hab ich schon gesagt, dass das Praktikum zur unmenschlichen Uhrzeit von 7.30 angefangen hat? Wir sind STUDENTEN!!! 😀 ). Ein dritter Versuch zur Polarimetrie ging noch schneller, danach zweites Testat: 1 bekommen. Guter Tag.

Aber die anderen beiden Versuche… ich mag gar nicht groß davon schreiben, sonst krieg ich Kreislauf. Bei dem einen Versuch hat der Tutor uns komplett alleine gelassen, Fragen hat er nur mit „da müsst ihr selbst drauf kommen“ abgewunken und der Ablauf war völlig unorganisiert. Das Ende vom Lied war, dass wir nicht fertig geworden sind, tausend Fragen hatten und unser Protokoll eher unterdurchschnittlich war. Aber egal, hauptsache bestanden.
Der letzte Versuch war okay, da war wenigstens der Tutor sehr nett und hat bei Fragen geholfen, wenn auch nicht direkt beantwortet. Aber das muss er ja auch nicht, man lernt ja immer noch besser, wenn man selbst drauf kommt!

Insgesamt waren wir alle froh, dass es vorbei war. Im Nachhinein denke ich, dass damit lediglich unsere Stressresistenz geprüft werden soll. Whatever.

Guten Morgen Sonnenschein!

Nun sitz ich wieder in meiner Bude in der Unistadt und langweile mich etwas. Hatte die Tage einen Tag Berufsfelderkundung, das war entgegen der Erwartungen mega spannend! Physikalische und Rehabilitative Medizin ist gar nicht so langweilig, wie es sich anhört und das Team da war der Hammer. Zuerst war ich mit dem netten Oberarzt in der Sprechstunde: Ich wusste nicht, dass ein Arzt auch Physiotherapeut sein kann. Ich war ein bisschen fasziniert, wie er da an den Patienten rumhantierte – e voilá: es ging besser. Dann hab ich ein bisschen den Physios zugeguckt und danach haben wir eine junge Sportlerin gequält mit einer Spiro-Ergometrie. Das ist die lustige (und hoffentlich richtige) Bezeichnung für: Sie bekommt eine lustige Maske auf, schwingt sich aufs Rad und tritt dann solange, bis sie fast kollabiert. Und weil ich Nebenberufliche Sadistin bin, habe ich mich köstlich über ihren verzweifelten Gesichtsausdruck amüsiert. Heimlich natürlich. 🙂 Unschön ist nur, dass die Blutdruckwerte aufgrund einer Klappenstenose recht bedenklich waren, sodass Sport in der gewohnten Intensität wohl nicht mehr möglich ist. Tut mir dann ja doch ein bisschen leid.
An den recht abwechslungsreichen Tagesablauf und das tolle Team könnte man sich gewöhnen!

Jetzt warte ich ganz gespannt auf das Biopraktikum. Wird bestimmt super. Nicht.