Alles Gute zum Geburtstag!

Mein Blögchen wird heute ein Jahr alt, hätte echt nicht gedacht, dass ich dann immer noch schreibe. Es hat Spaß gemacht bis jetzt und ich hoffe das macht es noch lang! Ich hoffe ihr habt auch Freude an meinem Geschreibsel. Was würdet ihr denn gerne mal lesen, was wolltet ihr schon immer mal wissen, was interessiert euch besonders? Ich werde versuchen, eure Themenvorschläge zu bearbeiten.

Und jetzt bekommt mein Blog einen Geburtstagskeks und darf sich ein bisschen entspannen. 🙂

Physio-Praktikum

Ist bei euch auch so ein wunderbares Wetter? Heute morgen gleich genutzt und ein bisschen Sport gemacht. Sonne, bleib doch noch ein bisschen! 🙂

Diese Woche hat unser Physio-Praktikum angefangen, das aus drei oder vier Blocks mit je vier Versuchen besteht. Zu jedem Versuch muss man ein Protokoll anfertigen, das man aber ausdrucken kann und nur Diagramme und Tabellen ausfüllen muss. Ein bisschen sinnlos: Jeder muss ein Protokoll haben, aber es reicht wenn einer pro Gruppe „live“ mitschreibt, die anderen dürfen dann am Ende abschreiben… sinnlos.

Der Versuch beginnt für meine Gruppe immer mittags und geht dann ca. vier Stunden, dieses Mal war das Thema Nerv und wir haben gleich ne halbe Stunde überzogen… Das war ganz schön anstrengend, weil man keine Pause hatte und Fenster aufmachen war auch nicht. Für den Versuch haben wir Dreiergruppen gebildet und jede Gruppe hat einen frisch präparierten Nerv bekommen. Diesen Nerv haben wir nun vier Stunden lang mit verschiedenen Reizimpulsen malträtiert: Einzelreizungen um den Schwellenwert für ein Aktionspotential herauszufinden, Doppelreizungen für die Refraktärzeit und viele, viele Reize um die Auswirkungen verschiedener Lösungen zu untersuchen. Kaliumlösung legt übrigens den Nerv lahm, welch Wunder. Es war streckenweise sehr interessant, aber das Meiste ist eigentlich vorher klar und dafür dann vier Stunden eingesperrt sein? Ich weiß ja nicht, ob es wirklich so ausführlich sein muss. Aber gut, es ist mal ne schöne Abwechslung, nicht in Theorieseminaren festzusitzen, sondern wirklich was zu tun.

Den Tierversuchsaspekt lasse ich jetzt mal bewusst außen vor. Wir wurden darauf hingewiesen, umsichtig mit den Präparaten umzugehen, damit nicht mehr hergestellt werden müssen; das soll als Anmerkung dazu reichen.

Ich muss mir einen Bunker suchen…

Ich wurde soeben Opfer eines multiplen Bumerang-Stöckchen-Angriffs durch Kiki, Blauing und dem Kittelträger, dessen Fragen ich aber schon beantwortet habe.

Also dann, erstmal zu Kiki:

  1. Warum willst du Medizin studieren?
    Das hab ich schon beantwortet, nämlich hier.
  2. Wann glaubst du, einen Studienplatz ergattern zu können? Für diejenigen die einen Platz bekommen haben: Seit wann hast du einen?
    Ich habe meinen Studienplatz seit letztem Oktober, war darüber aber sehr überrascht.
  3. An welchem Ort würdest du am liebsten studieren?
    Eigentlich wollte ich immer näher an die Heimat, aber wo ich bin, bin ich wirklich zufrieden. Mehr sag ich dazu nicht 😉
  4. Lieber möglichst weit von den Eltern weg studieren, oder am besten gar nicht dafür ausziehen müssen? (Oder irgendwas dazwischen?)
    Weg von zu Hause auf jeden Fall, aber möglichst weit hätte es für mich nicht sein müssen.
  5. Schwebt Dir bereits eine bestimmte Fachrichtung vor?
    Kardio <3, aber mal schauen, der Weg ist ja noch lang 😉
  6. Was soll dein künftiger Arbeitgeber dir bieten, damit du dich dort bewerben würdest?
    Eine gute Ausbildung, in der man wirklich viel lernen kann, nette Kollegen und genug Fortbildungsmöglichkeiten. Allerdings steh ich nicht so auf sehr große Städte, es sollte also eher ein Kleinstadtkrankenhaus sein.
  7. Wie denkst du über das Pflegepraktikum im Medizinstudium: Verkürzen, verlängern oder genau richtig?
    Verkürzen! Zwei Monate würden völlig reichen: nach einem Monat ist man grad erst drin, dann kann man sich das einarbeiten auch sparen; aber drei Monate sind zu lang, die schafft man ja meistens eh nicht an einem Stück und dann hat man wieder den einen Monat übrig, der irgendwie sinnlos ist…
  8. Hast du ein Lieblingsfach im Medizinstudium, auf das du dich schon freust/worüber du dich gefreut hast?
    Anatomie und Physio bis jetzt, aber ich freue mich schon auf den Kardio- und den Pädiatrie-Block
  9. Und ein Hassfach?
    *trommelwirbel* Biochmie! 😀 Nein, eigentlich mag ich auch das ein bisschen, aber es ist halt elendig viel…
  10. Was stellst du dir unter “nervophil” vor? (das war heute eine Wortneuschöpfung in der Uni. Falls es wen interessiert, löse ich auch auf, was damit gemeint ist 😉 )
    Wenn man auf die ganzen schnöden Nerven steht und sich nichts schöneres vorstellen kann, als die alle mit Verlauf und Innervationsgebiet auswendig zu lernen!? Auf die Auflösung bin ich gespannt.
  11. Und willst du noch irgendetwas loswerden?
    Medizin studieren war trotz allem die beste. Idee. ever. 😉

    Hier die Fragen von Marrce alias Blauing
    1) Hund, Katze, Fisch & Co. Hast du Haustiere und welche(s) sind/ist es
    Ich habe leider keine Haustiere. Ich hatte mal Fische und eine Katze, die ich aber leider wegen einer Allergie abgeben musste (und dann ist sie weggelaufen…). Später möchte ich auf jeden Fall Hunde haben.

    2) Welches Lied hat dich das letzte Mal zum Nachdenken angeregt und worüber hast du dabei nachgedacht?
    Smile von Uncle Cracker, worübr ich da nachgedacht habe darf sich jetzt jeder selber denken. 😉 Über weltbewegende Sachen denke ich selten nach, wenn ich Musik höre.

    3) Bloggst du immer das, was dir gerade aktuell in den Sinn kommt oder schickst du manche Themen und Beiträge bewusst in die Warteschlange?
    Für gewöhnlich, was mir in den Sinn kommt, aber ein paar Sachen hab ich noch unausgegoren auf dem Schreibtisch.

    4) Welcher Spruch/Zitat/Weisheit hältst du für besonders bedeutsam und warum?
    Da gibt es mehrere.
    Mein Lieblingszitat ist „Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keins da.“ von Franz Kafka, weil viel zu oft nach Ausreden gesucht wird, warum man irgendwas nicht macht. Aber im Endeffekt macht man es eben einfach nicht und hat dafür vielleicht keinen Grund, außer Angst davor. Aber diese Angst ist meistens unbegründet.
    Außerdem „Nichts geschieht ohne Risiko, aber ohne Risiko geschieht auch nichts.“ von Walter Scheel, eigentlich aus dem gleichen Grund wie das erste.
    Und natürlich: Smile, the world is yours. Weil ist so. 😉

    5) Weihnachten naht. Schaffst du es in dieser Zeit diszipliniert zu bleiben oder erwacht das Krümelmonster in dir? Was sind deine Lieblingsplätzchen?
    Ich bin die menschliche Reinkarnation des Krümelmonsters, echt jetzt! Ich esse das ganze Jahr über liebevoll alle Kekse, die ihren Weg zu mir finden. Am liebsten mag ich selbstgebackene Cookies (gleich mal einen geholt) und Vanillekipferl (mach ich am Wochenende).

    6) Was ist dein Lieblingsbuch und was magst du daran besonders?
    Hab ich die Frage nicht auch gestellt?… Dieb! Mein Lieblingsbuch ist „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett, ich liebe Mittelalterromane und dieses Buch ist einfach wahnsinnig gut geschrieben. Gut, wie eigentlich jedes Buch von Ken Follett…

    7) Wenn du einen Wunsch frei hättest: Was würdest du an deinem Leben ändern?
    Ändern würde ich einzig und allein meinen Beziehungsstatus und da arbeite ich dran. 😉

    8) Der Körper und Verletzungen: Welcher Typ bist du? Hypochonder, Realist oder hart im Nehmen (warum soll ich wegen DER Kleinigkeit zum Arzt gehen)?
    Ehrlich gesagt ein bisschen Hypochonder, aber zum Arzt gehe ich nur, wenn ich zu Hause kein Nahtmaterial habe. 😉

    9) Wann warst du das letzte Mal fassungslos über das Verhalten deiner Mitmenschen und was hat dich aus der Fassung gebracht?
    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher…“ hat unser lieber Albert Einstein mal gesagt. Mich bringt das Verhalten anderer Menschen mittlerweile nur noch sehr selten aus der Fassung, weil ich mich dran gewöhnt habe, dass ziemlich viel sch.. Schund gebaut wird. Das letzte Mal, an das ich mich grade bewusst erinnern kann war vor Jahren in einem Einsatz. Es war eine recht traumatische Situation, wir waren noch längere Zeit am Einsatzort um auf die Notfallseelsorge zu warten und das ganz zu verdauen. Zwei Dinge machen mich in Nachhinein noch fassungslos: Der Chef eines Angehörigen, der ihn durch das Telefon anschrie, dass er jetzt sofort wieder auf der Arbeit zu erscheinen hätte, sonst wäre er raus (Die Kripo hat das glaube ich geklärt…) und unser Leitstellendisponent, der irgendwann ungeduldig fragte, ob er für irgendwen noch einen RTW schicken soll, oder wir so langsam mal wieder frei wären.

    10) Was ist für euch bei Freunden/in einer Beziehung ein absolutes No-Go?
    Die Frage versteh ich jetzt nicht ganz. In einer Beziehung finde ich Eifersucht ganz schlimm, wenn du das meisnt.

    11) Ich habe eine Schwäche für…
    Süßigkeiten, Medizin, meine Kollegen und natürlich Hundewelpen ❤

    So, das reicht jetzt erstmal an Stöckchen-Angriffen, ich geh in meinem Bunker einen Kaffee trinken. 😉

Stöckchen

Mein Lieblings-Bald-Orthopäde stega hat mich (nein, ich hab nicht gebettelt, das sieht nur so aus!) als special guest zu seinem Stöckchen nachnominiert, also werd ich auch mal fleißig seine Fragen beantworten! 🙂

1. Liebe auf den ersten Blick oder Kennenlernen im Laufe der Zeit?
Ersteres ist mir schon passiert, aber Zweiteres kommt denke ich häufiger vor.

2. Lässt du an der Kasse im Supermarkt nach einem Grosseinkauf einen Rentner mit nur einer Butter auf dem Band vor?
Aber natürlich, die meisten Rentner lassen mich ja auch vor, wenn ich nur wenig kaufe!

3. Würdest du einem todkranken Menschen, wenn er dich darum bittet, aktiv beim Sterben helfen (z.B. durch Gabe einer Überdosis eines dann tödlichen Medikamentes)?
Ja. (Natürlich nur, wenn ich dafür nicht in den Knast käme, wie es in D wohl zur Zeit noch ist…)

4. In welche Region der Erde würdest du auswandern, wenn du in deiner Heimat nicht mehr leben kannst/darfst?
Puh, das ist schwierig, bin bis jetzt noch nicht so weit rumgekommen. Vielleicht nach Australien, da hab ich Verwandte und es ist warm.

5. Würdest du nach deinem Tod und wenn du dies vorher wüsstest einem verurteilten Mörder ein Organ spenden, damit dieser überlebt?
Woher nimmst du nur diese höchst ethischen Fragen? Fühle mich in den Philosophie Leistungskurs zurückversetzt… Ja, wahrscheinlich würde ich das. Allein schon, weil der Tod eine viel zu einfache Strafe ist. Eingesperrt sein finde ich härter.

6. Wenn du für einen Tag im Körper des anderen Geschlechts aufwachen würdest, was würdest du an diesem Tag tun?
Das Gleiche wie immer.

7. Wenn du einen Tag unsichtbar wärst, was würdest du tun?
Im stillen Kämmerlein der Biochemie-Hexen die nächsten Prüfungsfragen klauen. Sonst fällt mir jetzt nicht so viel ein. Vielleicht bei jemanden der Gattung „Arschloch“ mal schauen, ob er/sie privat auch so scheiße ist…

8. Wenn du einen Tag ein Tier sein dürftest, welches Tier wäre dies und wieso?
Ein Vogel. Einfach mal die hübsche Landschaft hier von oben genießen und hinfliegen, wo man will, ohne Stau und Parkplatznot.

9. Wenn du einen Tag unendlich Geld besitzen könntest, was würdest du dir auf jeden Fall kaufen?
Ein Motorrad und eine BahnCard 100. Und am liebsten den Inhalt der ortsansässigen Buchhandlung, aber dafür müsste ich mir dann auch noch ein Haus kaufen… Neee. Außerdem würde ich meiner Mama einen superduper Urlaub buchen, den hat sie absolut verdient!

10. Was war zu erst da: Henne oder Ei?
Das Ei, Reptilien gibts länger als Hühner glaub ich.

11. Facebook oder Twitter?
Facebook!

So, jetzt denke ich mir auch noch elf Fragen aus und werfe das Stöckchen weiter. Falls es jemand anderes auch aufheben will, nur zu. 😉

1. Hat dein Auto/Motorrad/Fahrrad/beliebigesFortbewegungsmittel einen Namen? Wenn ja: welchen?
2. Haus mit Garten oder doch lieber Innenstadtwohnung?
3. Was ist dein Lieblingsbuch und warum?
4. Rock oder Popmusik? Oder doch was ganz Anderes?
5. Findest du es erstrebenswert reich zu sein und warum?
6. Licht am Ende des Tunnels oder ewiges Nichts?
7. Du gewinnst im Lotto und müsstest nicht mehr arbeiten. Ruhestand, Teilzeit oder weiter komplett arbeiten?
8. Bewahrst du immer stoisch die Ruhe, oder kann man dich auch mal aus dem Tritt bringen?
9. Wie stehst du zu einer Helmpflicht für Radfahrer? Trägst du selber Helm?
10. Der Familie zu Liebe die Arbeit einschränken oder lieber Karriere?
11. Ist ein Geschwindigkeitslimit auf Autobahnen sinnvoll?

*stöckchen werf* an:

Blauing
Blaulichtengel
Kittelträger
Spätzünderdoc
Paul
Oberschwester Hildegard
StellinchenTobwin
Kiki
wenndermeldergeht
und weil stega so nett ist, werf ich ihm das Stöckchen wieder zurück. Du bist vom Weiterwerfen befreit. 😛

Semesternews

Das Wochenende hat angefangen wie immer: Meine Motivation, die Wohnung auf Vordermann zu bringen war groß, das Chaos aber nicht minder. Habe jetzt aber wenigstens mal alles abgeheftet und meinen Schreibtisch aufgeräumt. Kann also losgehen mit Lernen, aber was mach ich als Erstes?

Physio: Es ging bislang um die hübschen aber schon X-mal durchgekauten Themen Nerv, Synapse und motorische Endplatte, viel fand ich das nicht und alles machbar. Jetzt geht es endlich um das Herz (ich LIEBE das Herz!), wobei auch da erstmal im seichten Gewässer geschwommen wird. Ich find’s spannend und machbar ist es auch. Tolles Fach 🙂

Biochemie: Wie oft redet man eigentlich ab der 5. Klasse bis zum 3. StEx über die Replikation, Transkription und Translation? Ich finde dieses Thema ziemlich nervig mittlerweile. Ist ja alles nicht so kompliziert, wenn es da nicht mein momentanes Hasswort gäbe – Gegenstandskatalog! Wenn ich noch einmal jemandes dieses Wort sagen höre, dann knallt’s. Echt jetzt. Kein Mensch braucht doch den blöden Kleinscheiß, den man da durchexerzieren darf/kann/soll. Natürlich muss ich wissen, wie das funktioniert. Auch regulatorische Prozesse sind sicherlich von Vorteil, wenn man die schon mal gehört hat. Aber ernsthaft, kann mir irgendein Arzt das ganze später noch erklären? Ich tippe mal auf nein…

Psycho: Gibbet nüscht zu lernen. Ich werd mir irgendwann mal die Vorlesungen reintun vor der Klausur und das war’s dann auch. Aber der Kurs macht echt Spaß, hatten neulich das erste mal Anamnesegespräche mit „echten“ (Schauspiel)Patienten – cool! Möglicherweise lernt man in diesem Kurs mal was für’s Leben, ich find den auf jeden Fall gut.

Neuroanatomie: Finde ich mega spannend, aber ist auch mega viel. Weiß noch nicht genau, wo in meinen Hirnwindungen ich das alles speichern soll. Aber das erklärt der Dozent uns sicher demnächst auch mal. Haben bis jetzt die Sinnesorgane gemacht und fangen nun damit an, wie das Gehirn selber aufgebaut ist. Mal schauen, wie umfangreich das ist, mir schwant Übles. 😀

Das also ein kleiner Überblick dazu, wie das Semester zuweilen aussieht. Nebenbei arbeite ich ein bisschen vor mich hin, versuche sowas wie ein Sozialleben zu haben und habe angefangen, wieder regelmäßiger Sport zu machen – das tut echt gut!

So liebe Freunde der Sonne, ich mach mir jetzt nen Kaffee und setz mich an den Schreibtisch. Schönes Wochenende!

Suchbegriffe

Weil ich sie witzig finde, hier mal ein paar Suchbegriffe, die auf meinen Blog führen. Nachher oder morgen gibts dann auch wieder Neuigkeiten vom Studium 😉

anatomie testat Kann schon mal vorkommen, ist gar nicht so schlimm
physio sadistin Sadistin? Wo?
was ist ein kolibrikind Klickst du hier!
medizinstudium keine lust mehr Das geht vorbei, ganz bestimmt
pflegepraktikum krank trotzdem schein  Nope, gibbet nich. Außer, die sind nett…
mag präparierkurs nicht  Ich auch nicht *hust*
chemiepraktikum ist so schlimm Seh ich auch so! Aber geht vorbei…
medizinstudium windeln brauchste nich, du wirst dir schon nicht in die Hose machen

Biochemie!

Ich habe euch etwas unterschlagen. Da hab ich die letzten Monate dauernd was von Biochemie gesagt, die Klausur rückte näher und ihr habt mir alle die Daumen gedrückt. Und was mach ich? Ich Nase vergesse, euch das Ergebnis mitzuteilen. Es tut mir aufrichtig leid, ich gelobe Besserung!

Nun zum Wesentlichen: Ich hab bestanden! Gut bestanden sogar. Bin mächtig stolz auf mich und ziemlich erleichtert. Der Stoff in diesem Semester ist bis jetzt so viel leichter, relevanter und dadurch viel angenehmer, das glaubt ihr gar nicht. Ein Ziel des Semesters ist also natürlich, diesmal die erste Klausur schon zu bestehen.

Ein weiteres Ziel ist übrigens, den Supermarkt mit dem großen K als Symbol zu verstehen. Ich gestehe, ich bin eigentlich Discounterkäuferin. Der kleine Discounter ist einfach um die Ecke und so schön übersichtlich. Aber jedes Mal, wenn ich dann doch zum Supermarkt muss, laufe ich verwirrt durch die Gänge und finde außer der Kühltheke, der Milch und dem Süßigkeitenregal gar nichts. Und die sind alle beieinander. Heute brauchte ich Paketband (schnell gefunden), Tortillas (lange gesucht, stehen beim Fleisch?!) und Alufolie („Da kommen Sie grade her. Die gibt’s vor der Kasse“). Aber auch die Verkäuferin war von meinem Vorhaben begeistert, einen Lageplan zu zeichnen. Den Pfandautomat hab ich übrigens bis heute nicht gefunden.

Ich liebe Pflegeheime!

Es ist Samstag. Ich bin extra in die Heimat gefahren, um meinem Chef mal wieder den Arsch zu retten ein bisschen Rettungsdienst zu fahren. Natürlich nicht auf meiner Heimatwache, sondern in Groß-Pampastadt, eine von vier Wachen im Hinterland-Kreis. Also eigentlich hab ich diese Wache sehr gern: 24h mit wenig Arbeit, ein fast schon gemütliches Bett für mich, meine Ruhe, da nur ein einziger Kollege rumläuft und natürlich einen riesigen Fernseher. Und ich meine wirklich riesig, geiles Teil! Also „zu Hause“ Sachen gepackt, ins Auto geschmissen und zu besagter Wache gefahren. Der Vortagsschicht und meinem netten Kollegen Brötchen mitgebracht, lecker gefrühstückt, Auto gecheckt und auf’s Sofa gefläzt. Geiles Leben.
Bis um 12.04 *titiiiiiit titiiiiiit* ertönt (wat is dat?? Achja… andere Meldertöne hier…): Alarmfahrt ins fünf Kilometer entfernte Altenheim, Verdachtsdiagnose ist mir ehrlich gesagt entfallen mittlerweile… sagen wir mal ACS. Also murrend meine Stiefel angezogen, Jacke angezogen und ab auf meinen Sitzplatz – Fahrerseite -, Blaulicht an und losgebrettert. Sogar wirklich ein bisschen beeilt, bin’s nicht gewohnt so lange Anfahrtswege zu haben… Na, Landrettung eben.
Das Altenheim kannte ich noch nicht, ich sollte in eine kleine Einfahrt fahren, 100m bevor das Navi Ziel anzeigte. Hab ich natürlich auch gemacht, der Herr weiß schließlich, was er tut. Geflucht, weil die „§*#!& Mitarbeiter natürlich kreuz und quer geparkt haben. Witzbolde… (Man muss ihnen zu Gute halten: Ich wusste nicht, dass das die Hintertür ist) Und was ist? Ich mach das Horn aus, zieh mir Handschuhe an und hole schon mal EKG und Sauerstoff aus dem Seitenfach, drehe mich um und werde empfangen von… niemandem. Nichtmal die Tür ist offen. Verdutzer Blickwechsel mit dem Kollegen. Da kommt eine verwirrt dreinblickende Pflegerin und macht uns auf:
„Was macht ihr hier und was soll denn der Krach??“ Verwirrt gucken wir uns an.
„ACS bei euch. Nicht? Dringend stand bei uns.“
„Was? Nein. Wir haben nen Krankentransport für Frau Meierschulz bestellt. Die hat seit Tagen Rückenschmerzen und Temperatur!“
„Ahhhja…“
Wir holen die Trage mit raus, packen unser Zeug drauf und traben ihr hinterher. Was soll das schon wieder?
„Okay, ihr habt nen Krankentransport bestellt. Gibt’s außer der Rückenschmerzen noch irgendwas, was wir wissen müssten?“ Wir steigen ihr hinterher in den Aufzug, es geht in die erste Etage.
„Ach, das hatte sie schon öfter mal, aber wir kriegen das einfach nich in den Griff. Und Fieber hat sie.. und *nuschel*“, sagt Pflegerin #1 und flitzt aus dem Aufzug.
„Wie war das?“, fragt mein Kollege beim Aussteigen, aber die Pflegerin ward schon durch eine Tür entschwunden, kommt zehn Sekunden später wieder raus, reicht uns ein paar Papiere und geht. Wohin auch immer, aber nicht in Richtung Patient. Ahhhja. Schön. Ich blätter die Unterlagen durch: Medikamentenliste, Pflegeüberleitung, Versichertenkarte, Einweisung ins Krankenhaus. Moment! Mein mittlerweile trainierter Blick hat da drei Seiten vorher was entdeckt, ich blättere zurück: MRSA. Na toll. Hätte sie uns ja mal sagen können, aber egal. Mutig gehe ich die letzten paar Schritte Richtung vermeindlichem Patientenzimmer (Da stand zumindest der Name dran und die Tür war offen) und gucke um die Ecke. Auftritt Pflegerin #2.
„Da seid ihr ja endlich! Wir warten schon eine Eeeeeewigkeit auf euch!“
„Wie jetzt? Ich dachte, es ist ein Krankentransport? Die andere Pflegerin wusste von nichts, wir sind extra eilig gekommen. Was is’n nun los hier?“
„Na, die Frau Meierschulz hat so Rückenschmerzen. Und Fieber. Und ’n bissel apathisch isse auch. Kommt doch rein!“
„Mooooment. Ich hab hier MRSA gelesen. Gibt’s dazu nen negativen Test?“
„Nein, aber das ist ja schon ewig her!“
„Das ist egal, wir müssen uns erst was anziehen.“
*hrmpf* Also runtergegangen, Kittel und Mundschutz angezogen und jetzt endlich zur Patientin.
„Guten Tag Frau Meierschulz. Wie geht es Ihnen?“
„*unverständliches Flüstern*“
„Sie müssen etwas lauter sprechen, wenn es geht, Frau Meierschulz!“
„Ach, das Alter.“, seufzt Frau Meierschulz leise, aber jetzt vernehmlich.
„Wie meinen Sie das? Was fehlt Ihnen genau?“
„Ach… Es geht. Nur ein bisschen Rückenschmerzen. Und schlapp fühl ich mich.“

Das komplette Standardmonitoring später, in dem keine Auffälligkeit zu Tage gekommen ist, außer 38,6°C Temperatur, ziehen wir die in der Ecke an irgendwas tüddelnde Pflegerin bei Seite.
„Also soweit wir das jetzt beurteilen können, hat Frau Meierschulz nichts akut Gefährdendes. Ins Krankenhaus muss sie wohl schon, aber wir würden gerne einen KTW holen dafür.“
„WIE BITTE?!“, schnauzt uns die Pflegerin entgeistert an
„Naja, wir sind der einzige Rettungswagen hier in Groß-Pampastadt und die Dame hat MRSA. Wenn es jetzt ein dringlicher Notfall wäre, würden wir nicht darüber diskutieren, aber deine Kollegin hat ja schon gesagt, dass ihr eigentlich nur einen Krankentransport bestellt habt“, versuche ich zu erklären, ohne groß auf ihre Lautstärke einzugehen.
„SPINNT IHR?!?! Ihr kommt hier mit großem Trara, Blaulicht und so, und wollt die Patientin dann HIER LASSEN?!?!“
„Naja, da können wir ja nichts für. Uns wurde ein Notfall angekündigt. Das wir was anderes vorfinden kann ja passieren…“
„DAS KANN JA WOHL NICHT WAHR SEIN!!! Ihr seid hier mit Blaulich angekommen, die Patientin soll ins Krankenhaus, aber ihr WOLLT SIE NICHT MITNEHMEN?“
„Bitte, schrei doch nicht so. Die Dame kommt ja ins Krankenhaus, aber wir würden eben ungerne unseren Rettungswagen verbrennen dafür. Den müssen wir danach komplett putzen und dann steht der erstmal zwei Stunden unbrauchbar rum. Wenn dann hier in Groß-Pampastadt jemand wirklich nen Herzinfarkt hat, dann muss der Wagen aus Klein-Pampa kommen. Und der braucht echt…“
„Ihr spinnt. DAS muss ich erst besprechen…“, sprachs und ward in Richtung ihrer Kollegin verschwunden. Ich höre, wie die nette Dame Sachen wie „Frechheit“ und „Kann ja wohl nicht wahr sein“ in ihren imaginären Zickenbart raunzt.
„Sach ma, was war das denn grade?“, frage ich meinen Kollegen, der genauso verdattert guckt wie ich,
„Keine Ahnung, ich ruf mal auf der Klingelbude an.“

Ich räume derweil schon mal ein paar unserer Klamotten zusammen und erzähle Frau Meierschulz, wie wir jetzt gerne weiter vorgehen würden. Sie findet das vollkommen in Ordnung. Dann kommen auch schon die beiden Pflegerinnen wieder und machen weiter mit ihrer Schimpftirade. Ich versuche zu vermitteln, aber es ist relativ zwecklos. Zu allem Überfluss kommt mein Kollege mit einer – selbst durch den Mundschutz zu sehenden – Fleppe bis zum Fußboden rein. Ich ahne Böses…

„Die haben im Moment keinen KTW, wir sollen den Transport selber machen.“
Ein überlegener, siegreicher Blick der Pflegerin #2. Pflegerin #1 hat sich schon wieder umgedreht und ist den Gang entlang verschwunden.

„Ich hab es euch doch gesagt. Transport verweigern, ne ist klar!“, mauzt die Zweite und will sich auch zum Gehen wenden.
„Moooooooment. Also schön, wir nehmen sie selber mit. Aber DU hilfst uns jetzt wenigstens beim Umlagern“, funkelt mein Kollege sie an. So will ich lieber nicht angeguckt werden. Aber wenigstens wird uns ohne weiteres Gemotze geholfen. Wir schieben die Patientin aus dem Altenheim und die Pflegerin macht mit trotzigem Blick die Tür hinter uns zu.
„Blöde Kuh!“, raune ich leise in meinen Mundschutz. Mein Kollege verdreht die Augen. „Willst du hinten, oder soll ich?“, fragt er. Ich gehe  nach hinten. Ich hasse es, mich aus dem Kittel zu pellen, nur um nach ner halben Stunde Fahrtzeit wieder einen an zu ziehen. Wenigstens kann ich mich noch ein klein wenig mit der Patientin unterhalten, die aber nach zehn Minuten zunehmend wortkarg wird. Na gut, so gut geht es ihr ja auch wirklich nicht.

Nachdem wir uns von der Patientin verabschiedet haben, packen wir alles zusammen und werfen unsere Kittel ins Auto.

„Ich hasse Pflegeheime!“, sagen wir synchron und fahren wieder unsere wohlverdienten Sofas an. Leute gibt’s, die gibt’s gar nicht.