Halbzeitgedanken.

Hallo ihr lieben Menschen, die eventuell noch meinen Blog lesen, auch wenn er ziemlich in der Versenkung verschwunden ist. In den letzten Monaten ist viel passiert und ich weiß gar nicht, was ich alles schreiben kann. Beziehungsweise, was ich schreiben kann weiß ich schon, was ich soll ist eher die Frage. Das ist auch ein Grund, warum hier nichts mehr kommt. Ja gut, und dass ich einen Haufen bei twitter schreibe und dann nicht mehr das Bedürfnis hab, es hier abzuladen. Naja. Erster Beitrag nach x Monaten, here you come:

Vielleicht fang ich erstmal mit jetzt an und schreibe dann ein paar Artikel, die ich dann nach und nach poste. Das wäre doch mal eine Idee. Die letzten Tage haben mal wieder ungefähr eine Million Leute gefragt, was ich denn später mal machen möchte. Standardantwort ganz früher: Neurochirurgin. Standardantwort vor und am Anfang des Studiums: Kardiochirurgin. Standardantwort bis vor kurzem: Irgendwas mit Kardio (…vermutlich Innere, weil Kardiochirurgie sich schlecht mit Familie vereinbaren lässt…). Standardantwort jetzt: Ja, was eigentlich? Ich versuche mich momentan aus der Affäre zu ziehen und irgendwas unverfängliches zu sagen. Meistens „Irgendwas mit Chirurgie“ oder weiterhin „Irgendwas mit Kardio“. Man kann ja eh sagen was man will, merkt sich kaum einer. Aber was WILL ich denn eigentlich?

Neulich, vor dem Semester, hab ich eine Woche in einem nahegelegen Klinikum schon mal ein paar Wahlfachstunden gesammelt. Mit dabei war ein Tag in der Gyn. Ich hab das vermeintlich kürzere Streichholz gezogen und „musste“ in den OP, statt in den Kreißsaal zu „dürfen“. Was dann folgte, war aber eigentlich klar: Kolibri ist geknickt, weil sie Babies holen wollte und nicht durfte. Kolibri zieht statt dessen die grünen Klamotten an und fühlt sich schon wieder ein bisschen besser: Endlich mal wieder im OP! Und diesmal nicht zum Striche machen. Anästhesie – zumindest der Teil mit den OPs – wäre ja mal so gar nichts für mich. Aber OPs, tja, die finde ich cool. Und dann? Einfach daneben stehen? Pustekuchen! Die Chefärztin höchstpersönlich zeigt mir, wie man sich wäscht; die (es gibt sie also doch!) nette OP-Schwester hilft mir beim Steril anziehen und schwupp – ich stehe am Tisch und halte Haken. Und das ist so viel besser als Babies holen und vor allem scheine ich das sogar zu können. Ihr mögt jetzt vielleicht fragen wollen, was man daran nicht können kann, aber glaubt mir einfach: Es ist nicht so einfach, sich in seinem ersten OP Aufenthalt nicht unsteril zu machen, keinem im Weg zu stehen, die Haken zur Zufriedenheit der Chefin zu halten und auch noch die ein oder andere Frage beantworten zu können. Ich war hinterher zwar klatschnass, aber glücklich. Scheiß auf Babies, operieren will ich!  Tja, und da steh ich also nun wieder vor der Ausgangsfrage: Was will ich eigentlich nach dem Studium machen? Gut, es ist erst Halbzeit. Ich hab noch drei Jahre. Aber es wäre schon sinnig, wenn man die in Frage kommenden Fächer mal ausprobiert hat vorher. Das Problem an der Sache ist aber, dass man von den vier Famulaturen nur zwei in der Klinik machen darf. Die anderen beiden müssen in einer Praxis oder Ambulanz sein, eins davon Hausarzt. Na toll. Jetzt stehe ich also vor der Frage, wie kriege ich verdammt noch mal Gyn, Kardiochirurgie und die eigentlich noch gewünschte Palliativmedizin in eine verbleibende Famulatur? Manchmal hasse ich diese dämlichen Vorschriften. Mehr als diese eine Klinik-Famulatur schaffe ich nämlich nicht mehr, außer ich mache nach dem zehnten Semester noch eine oder ich setze ein Semester aus. Toll. Ja gut, ich könnte auch einfach meine Pläne für nächstes Jahr im Sommer noch mal kippen, aber das ist es dann wahrscheinlich auch nicht wert.

Fazit des heutigen Blogbeitrags ist die Frage: Wie soll man sich denn bitte entscheiden, bei der riesigen Anzahl an interessanten Fächern?

Sechstes Semester <3

Hallo ihr Lieben!

Das neue Semester ist nun einen Monat alt und was soll ich sagen? Es ist ziemlich toll! Allem voran der Kardioblock: Endlich machen wir mal etwas, was mich wirklich und vor allem komplett interessiert. Die Dozenten sind weitgehend gut und versuchen uns den Spaß an Kardiologie und Kardiochirurgie zu vermitteln (Ist bei mir nicht nötig, ihr wisst ja, dass ich Kardio liebe <3). Die Seminare sind zwar teilweise ein bisschen langatmig, aber bisher haben wir immer etwas gelernt. Und das aller Beste: Bisher verstehe ich alles und das Meiste ist noch mal Wiederholung von dem, was ich in der Famulatur schon gelernt habe. Ich habe also ganz gute Chancen, dass davon was hängen bleibt. Herrlich!
Apropos hängen bleiben: Aus Pharma weiß ich noch erstaunlich viel! Ich bin auch da richtig begeistert, was das Hirn so leisten kann.

Was ein bisschen dröge ist, sind bildgebende Verfahren, die Radiologen (Sorry Pippo :* ) sind ja doch nicht so ganz von dieser Welt! 😀 Aber andererseits ist das ein ziemlich wichtiges Fach und ich freue mich auf meinen Röntgenkurs nächste Woche, nachdem ich kürzlich schon einen mehrtägigen Sonokurs hatte. Kaum zu glauben: Nach ein paar Terminen kann man echt schon ganz gut mit dem Gerät umgehen und weiß zumindest, wie man ein schöneres Bild kriegt und wie man den Schallkopf bewegen muss, um den besseren Bildausschnitt zu bekommen.

Dann gibt es da dieses Semester noch Biometrie oder medizinische Statistik oder sowas – ich hab noch nicht ganz verstanden, was aus dem QB grade dran ist…. – das ist eigentlich ganz spannend, wenn auch viel Mathe und da vor allem eben Statistik. Mit Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung hab ich mich schon immer etwas schwer getan, daher ist es nicht grade mein Lieblingsfach. Aber generell sind medizinische Studien ja schon spannend und man sollte sich zumindest mal damit beschäftigt haben, damit man sie hinterher vernünftig lesen kann.

Das ist es eigentlich weitgehend. Es gibt noch ein oder zwei kleinere Fächer, da allerdings nur Vorlesungen von denen ich bisher zwei besucht habe. Lohnt die Erwähnung kaum… 😀

Schönes und sonnenreiches Wochenende euch noch!

Famulaturbericht Teil 2

Hallo ihr Lieben!

Ich wollte mich ursprünglich jede Woche aus der Famulatur melden, aber dafür war es zu unspektakulär – Spaß gemacht hat es aber trotzdem! Meine tägliche Arbeit war morgens Blut abnehmen (4-12 Patienten) und danach Aufnahmen machen, also Anamnesegespräch plus körperliche Untersuchung. Das hat mir ordentlich Übung gegeben, gefühlt fast schon ein bisschen Routine!

„Besondere“ Sachen habe ich natürlich auch gemacht, die Ärztinnen mochten mich offenbar, sodass ich überall mal reingucken durfte. Ich schreibe am Besten mal zu allem ein bisschen:

Ergometrie: Patienten auf dem Fahrrad mit EKG, Blutdruck und teilweise auch zusätzlicher Spirometrie. Das ist erstmal die Grundkonstellation und nicht weiter aufregend. Das Tolle an der Sache war viel mehr die Ärztin, die wirklich zu allem Fragen stellte und so nicht nur vorhandenes Hintergrundwissen wiederholte, sondern auch wirklich Unmengen an weiteren Details einbrachte. Hervorgekramt aus der letzten Ecke des Kopfes bei mir zum Beispiel: Wenn ein interner Defi (ICD) unkontrolliert schießt, einfach einen Magneten drauf legen, solange ist er abgestellt und der Patient wird nicht geschockt. Anders beim Schrittmacher: Der wird dann normalerweise auf eine voreingestellte Freuqenz umgestellt. Muss man auch erstmal wissen. (Damit ich nicht in Teufels Küche komme: Probiert sowas auf gar keinen Fall aus, wenn ihr nicht Arzt seid!)

Langezeit-EKG Auswertung: Das war nicht so spannend, ist im Prinzip wie jedes andere EKG auch, nur dass man halt 24h auswerten muss. Erkenntnis hier: Es gibt intermittierendes Vorhofflimmern, das auch einfach so wieder in einen Sinusrhythmus konvertieren kann. Wusste ich vorher auch nicht!

Herzkatheter: Hier hatte ich leider nicht so viel von, da es nur zwei schwierige Patienten gab und der Oberarzt da lieber keinen Studenten direkt bei gehabt hat. Konnte ich auch verstehen, zumal ich auch dachte, dass die Assistenten am Monitor mir auch einiges erklären können. Leider waren die da aber irgendwie nicht so gesprächig oder kompetent oder was auch immer. Der letzte Patient kam als Notfall rein, dabei: Die Oberärztin. Ich sag euch, da wollt ihr nicht Patient sein! Die Frau war völlig hektisch (Ja, Notfallsituation, aber trotzdem völlig unnötig) und hatte offensichtlich kein Konzept dafür, dass der Patient vielleicht nicht so kooperativ ist. Wer kann aber auch einem 80 Jährigen, dementen und ziemlich weggetretenem Opa verdenken, dass er nicht auf einem harten Tisch liegen mag, die Arme über dem Kopf verschränkt, mit zwei Röntgenbögen über sich und einem merkwürdigen Ziepen in der Leiste? Es uferte dahin aus, dass die OÄ irgendwann anfing zu schreien und versuchte, die Arme des Patienten irgendwie anzubinden. Erst nach ziemlich unangenehmen 10 Minuten für alle Beteiligten kam sie darauf, ein Sedativum zu geben… Danach hatte ich dann auch erstmal genug vom Herzkatheter, so kann man doch unmöglich arbeiten geschweigedenn lernen!

Elektrophysiologie: Der Teil ist eigentlich wie Herzkatheter, nur ein bisschen abgespaced! Hier werden hauptsächlich mit Strom zusätzliche Leitungsbahnen am Herzen verödet, womit Rhythmusstörungen behoben werden können. Es kommt hier sehr darauf an, wie gut der Arzt erklären kann und will. Beim ersten Mal habe ich relativ viel verstanden, da haben wir eine Isthmusablation gemacht, um ein Vorhofflattern zu beenden. Da jetzt aber zu erklären, was genau ich gelernt habe ist leider zu schwierig, ohne ein bisschen was zu zeichnen und ziemlich viel Vorwissen zu erklären. Seht es mir nach ❤ Auf jeden Fall habe ich beim nächsten Patient (anderer Arzt) leider nicht mehr so viel verstanden, das war vielleicht aber auch wirklich schwieriger zu erklären.
Zusätzlich zu diesen invasiven Untersuchungen gab es auch noch ein paar Kardioversionen, die ich selber durchführen durfte. Fast wie im Fernsehen: Paddles aneinander reiben, drauf drücken und *wumm* – Herrlich 😀 !

Schrittmacher-OP: Endlich mal wieder ein bisschen OP-Luft! Hier durfte ich anschauen, wie ein ICD implantiert wird. Coole Sache, da das vom „normalen“ Kardiologen gemacht wird und nicht vom Herzchirurg und somit für mich nicht völlig abwegig ist. Procedere funktioniert wie folgt: Es wird ein Schnitt unter dem Schlüsselbein gemacht und unter dem Brustmuskel eine Tasche für den Defi frei gemacht. Dann werden über die V. basilika (oder eine andere gut präparierbare Vene) die Schrittmacher und Defi-Sonden eingeführt und unter Röntgenkontrolle an die richtige Position gebracht. Die Kabel werden mit dem Defi/Schrittmacher verbunden, der wird getestet und dann in die Tasche gesteckt. Am Ende wird alles wieder zugenäht und ist für Studenten eine ziemlich coole Sache, wenn es auch nur ungefähr eine Dreiviertelstunde dauert. Aber OP ist halt immer irgendwie cool – zumindest für mich!

Schrittmacher-Kontrolle: Das war eher zufällig, der schnuckelige (sic!) Assistenzarzt lief mit einem sehr merkwürdigen Gerät in unser Arztzimmer. Ich fragte was das ist, woraufhin er nur meinte „wenn du Zeit hast, komm mit, ich zeigs dir“. Gesagt, getan. Wir sind also auf die IMC gegangen und haben mit dem merkwürdigen Gerät: *tadaaaa* einen Schrittmacher ausgelesen. Die Fragestellung dabei war ob der SM noch richtig funktioniert, da das EKG eher so aussah als würde die Stimulation nicht richtig ausgelöst werden. Ich versuche mal zu erklären, was damit gemeint ist: Der SM war so eingestellt, dass er Vorhof und Kammer stimulieren kann. Das funktioniert so, dass zunächst der Vorhof stimuliert wird und das Gerät schaut, ob diese Stimulation richtig auf die Kammern fortgeleitet wird und somit für einen suffizienten Herzschlag sorgt. Funktioniert diese Überleitung nicht, wird noch mal in der Kammer stimuliert, um den Herzschlag auszulösen. Und irgendwas in diesem System hat nicht funktioniert, was wir mit dem Auslesegerät aber beheben konnten, damit kann man den Schrittmacher nämlich auch einstellen (das ist aber insgesamt ganz schön kompliziert).
Außerdem haben wir an einem anderen Tag noch einen ICD ausgelesen, der offensichtlich falsch geschockt hatte. Was hier besonders cool war: Neben dem Schock, den die Patientin gemerkt hatte, gab es noch zwei weitere, an die sie sich nicht erinnern konnte. Hier hat der Defi nämlich funktioniert wie er sollte: Die Patientin hatte beide Male ein astreines Kammerflimmern und ihr wurde demnach von ihrem ICD das Leben gerettet! Das ist schon eine ziemlich coole Sache wenn man bedenkt, dass sie da vermutlich alleine zu Hause war und somit ziemlich sicher daran verstorben wäre. Den Ausdruck vom Kammerflimmern und der Intervention hat der Arzt mir ein paar Tage später noch auf Station gebracht, weil ich so fasziniert war. 🙂

Echokardiografie: Hier habe ich leider nicht so viel Zeit verbracht, da angeblich immer super viel zu tun war. Nun ja… Sag ich nichts zu! Das mal als ich da war, war aber ganz spannend. Wie ein Herz im Ultraschall aussieht ist mir ja generell nicht unbekannt, aber wie man die unterschiedlichen Blickwinkel einstellt und das ganze dann auch noch auswertet, ist schon irgendwie eine Kunst für sich! Ich hoffe, da kann ich mal ein paar Tage und Wochen mehr verbringen, damit ich das vernünftig lerne.

 
So. Das müsste jetzt eigentlich alles wesentliche gewesen sein. Die vier Wochen Kardio haben mir auf alle Fälle super gefallen und ich habe wirklich eine Menge gelernt! Klar bin ich immer noch meilenweit davon entfernt, ein EKG wirklich sicher auswerten zu können, wenn es nicht grade der offensichtliche STEMI ist, aber trotzdem fühle ich mich wesentlich sicherer dabei und auch bei Anamnese und Untersuchung und das war ja das Ziel der Sache!
Besonders gefreut hat mich, dass mir am Ende wirklich alle gesagt haben, dass ich das richtig gut gemacht habe und dass ich so weiter machen soll. Das ist schon ein klasse Gefühl! 🙂 ❤
Den nächsten Bericht bekommt ihr dann, wenn das Semester wieder richtig los gehtv

Meine erste Famulatur

Hallo ihr Lieben,

heute schon der erste Bericht von meiner Famulatur: Es ist herrlich! Montag um 7:30 wurde ich direkt vom lieben PJler zum Blutabnehmen mitgenommen und durfte die Hälfte selber machen. Dann haben wir gemeinsam die Patienten aufgenommen und sind schon mal ein paar EKGs durchgegangen. Mit den beiden super netten Assistenzärzten haben wir dann alle Patienten besprochen und mir wurde viel erklärt. Genau so, wie es sein soll!
Am Dienstag dann das gleiche Spiel, nur dass dazu die Oberarztvisite kam, in der ich natürlich prompt ausgefragt wurde. Viele Fragen konnte ich beantworten und der Oberarzt verabschiedete sich mit „Sie sind schon sehr gut!“, da war ich schon ein bisschen stolz auf mich! Auch der Oberarzt ist übrigens richtig nett, genauso wie alle anderen Ärzte und PJler, die ich bisher kennen gelernt habe! Ich bin wirklich begeistert!
Heute habe ich dann auch alleine Blut abgenommen und eine Aufnahme gemacht, die ich hinterher mit der Stationsärztin besprochen habe. Und tatsächlich habe ich nur zwei kleine Sachen vergessen zu fragen, der Rest war okay. :

Sehr cool ist übrigens auch, dass es jeden Tag einen kurzen Fortbildungsvortrag gibt, zu dem wir auch kommen dürfen und sollen

Alles in allem bin ich ziemlich glücklich, auf einer so tollen Station gelandet zu sein und ich glaube, ich werde dort sehr viel lernen!
Fortsetzung folgt…

Semesterferien

Hallo ihr Lieben!

Die Klausuren sind rum und die erste Woche der „Ferien“ auch. Diese Woche hatte ich komplett frei, was mir sehr gut getan hat. Endlich mal Zeit für andere Dinge als Lernen oder alternativ ein schlechtes Gewissen haben weil nicht gelernt…Herrlich!
Montag ist die freie Zeit allerdings schon vorbei, der geneigte Leser weiß warum: Praktikumszeit! Jetzt heißt das Praktikum allerdings Famulatur und hält (hoffentlich) mehr äzrtliche Aufgaben bereit. Meine Aufgaben werden auf jeden Fall Anamnesen, körperliche Untersuchungen und Arztbriefe sein und ich hoffe mal, dass ich auch Blut abnehmen darf und vielleicht sogar ein paar von den kleinen Eingriffen, die hier gemacht werden zumindest zugucken darf. Assistieren wäre natürlich der Hammer… Wir werden sehen, ich bin irgendwie ziemlich aufgeregt und weiß gar nicht mal wirklich warum. Das Team ist auf jeden Fall sehr nett, wir waren im Untersuchungskurs schon auf der Station. Allerdings war sie da ziemlich unorganisiert und ich hoffe, das zieht sich nicht auch durch die Famulatur.
Was übrigens sehr passend ist, ist der Ostertermin: Vermutlich werde ich ganze vier Tage weniger arbeiten müssen, da an Karfreitag und Ostermontag ja sowieso nichts Geplantes passiert… Ich bin gespannt! 😀

Die Prüfungen habe ich bisher alle bestanden, wenn zwei auch knapp waren, aber das ist mir sooo egal nach diesem Semester! Die Aussage „nach dem Physikum wird alles besser“ ist ja mal sowas von gelogen gewesen… Mit Pathologie, MiBi, KliChi und Pharma hatten wir eigentlich mehr theroetisches Auswendiglernen als vorher. Aber ich bin mir sicher: AB JETZT wird es wirklich nur noch besser!

Das war es von mir, ihr lest demnächst sicher einen Famulaturbericht. Ich wünsche euch ein wunderbares Wochenende ❤

Schon wieder ein Histokurs?

Hallo ihr Lieben, lange ist es her aber nun habe ich endlich mal wieder was Vernünftiges zu berichten! Wie der Titel schon sagt, geht es um den nächsten Histokurs (Mikroskopieren und so, wisst ihr sicher noch!). Diesmal war aber natürlich nicht das gesunde Gewebe dran, sondern das kranke. Der ein oder andere ahnt es sicher schon: Wir sind in der Pathologie gelandet!

Die Pathologie-Lehre besteht bei uns nun im fünften Semester aus einer Vorlesung über allgemeine Pathologie und aus einem 10-stündigen Histokurs. Die Vorlesung war mal so, mal so. Die Stunden zur Tumorpathologie fand ich mega spannend, auch Entzündung war okay, während ich bei den Pathologien der Leber zum Beispiel dann doch nicht mehr richtig zugehört habe. Nun, das könnte aber auch an der Uhrzeit gelegen haben, diese Vorlesung war nämlich morgens um 8:00 und ich musste dafür in die Stadt fahren und dann ins ganz am Ende der Klinik gelegene Pathologische Institut. Hatte ’n bisschen was von Fernsehserie, wie dieses riesige alte Gebäude so völlig ab vom Schuss ganz alleine steht. Auch die Dozenten waren zugegebenermaßen teils etwas spooky! 😀

Nun aber zum Histokurs. Der erste Dozent war wirklich, wirklich grauenhaft. Er sprach Deutsch mit einem so starken Akzent, dass man kaum die normalen Sätze verstanden hat, bei Fachbegriffen war ich ganz raus. Kann er vielleicht nicht viel für, aber für Lehre in einem doch recht großen Hörsaal mit 60 Mann ist das einfach nichts. Gut, dass wir am zweiten Kurstag einen anderen Dozenten hatten, der auch geblieben ist. Er hat uns zunächst ganz allgemeine Veränderungen von Geweben gezeigt, wie die Hypertrophie (Vermehrtes Wachstum) des Herzens oder die Atrophie (Abbau) des Pankreas. Nach und nach kamen dann Entzündungen, Thrombosen, Gichtablagerungen und was nicht sonst alles dazu. Und ich muss sagen: Spannende Sache! Zwar bin ich im Mikroskopieren nicht besonders gut, weil ich irgendwie finde, dass das Meiste ziemlich gleich aussieht, aber da hab sogar ich ein bisschen was erkennen können. Cool war am Ende der Block zu Tumoren: Auch wir können anhand gar nicht so schwer zu entdeckender Gewebsveränderungen einen Tumor diagnostizieren und eigentlich ist auch die Klassifizierung gar nicht so schwer! Der Dozent war zwar anfangs viel zu schnell in seinem Vortrag, aber er hat zunehmend eigentlich alle Fragen klären können und am Ende waren wir wirklich gut auf die Prüfung vorbereitet, auch wenn man das vor der Prüfung nicht meint.
In der Prüfung habe ich dann ganz im Gegensatz zum Physikum beide Präparate erkannt und konnte mit ein bisschen Hintergrundwissen (na gut: Und zwei recht peinlichen Hängern…) eine Zwei bekommen. 🙂 Nun kommt nur noch die Klausur in Pathophysiologie, aber das ist dank unserer super Vorkliniklehre eigentlich nur Wiederholung.

Also, so schlimm ist dieses Semester eigentlich gar nicht, auch wenn ich im Oktober und November doch ziemlich gemeckert habe. Das lag daran, dass uns gesagt wurde, die Klinik wäre ganz anders und viel besser als die Vorklinik mit viel weniger auswendig lernen und so. DAS stimmt definitiv nicht, aber spannender ist es eigentlich schon! Und vor allem: Diesmal weiß ich, wofür es mal gut ist. 🙂

So, das wars erstmal von mir. Ich muss dringend weiter Pharma lernen! Drückt mir die Daumen für Freitag, das wird ein kleiner Tanz auf dem Seil für mich und meine Kommilitonen. Aber wird schon, hoffentlich!

Veränderungen

Manche Dinge ändern sich. Manche aber eben auch nicht.

 
Was hat sich geändert dieses Semester?
Ich bin in der Klinik, der Weg ist morgens jetzt nicht mehr so weit. Wir haben andere Fächer. Es sind „nur noch“ drei Jahre Studium. Der Stundenplan ist jede Woche anders, was es ein wenig kompliziert macht.

 
Was hat sich nicht geändert?
Leider macht es immer noch nicht so großen Spaß. Die Vorlesungen sind größtenteils immer noch super langweilig. Entweder, es ist alles nur Wiederholung aus Physio, oder der Dozent hat die Vitalität eines abgeschossenen Junkies.

 
Ich hab mich so auf die Klinik gefreut! Ich war motiviert! Ich war sogar drei Wochen lang in jeder Vorlesung. Aber es ist Unsinn. Pathologie ist manchmal ganz spannend, aber häufig ist es da auch Wiederholung aus Biochemie, wo ich nicht so gut mitkomme.
Pharma könnte interessant sein, dachte ich, aber die Vorlesung war auch nicht so besonders spannend. Aber da ist immerhin gut, dass es ganz viele verschiedene Dozenten sind, es kann also noch besser werden.
Und der Rest wird halt einfach wirklich von Leuten gehalten, denen man nicht lange zuhören kann. Einer ist ne Schlaftablette, der andere hat eine so unangenehme, schreiende Stimme, dass man gewillt ist Ohropax mitzubringen.

Naja. Vielleicht, wenn ich anfange mir die Sachen selber anzuschauen,  kommt die Motivation wieder. Ich hoffe es. Denn so macht dieses Studium einfach keinen Spaß – und das ist unheimlich frustrierend!

Es geht wieder los!

Hallo meine Lieben!

Morgen geht das Semester wieder los, endlich Klinik! Ich schwanke noch zwischen „gar nicht aufgeregt“ und „ich such mir schon mal nen Platz im Hörsaal“ 😀

Dieses Semester gibt es dann vor allem Patho und Pharma, da bin ich sehr gespannt drauf! Ich werde euch natürlich ausführlich davon berichten, bis dahin mache ich erstmal meine Seite zu Fächern in der Vorklinik fertig, da fehlt ja noch ein bisschen was.

Nun, das war’s auch schon von mir, ich habe die letzten Wochen pflichtgemäß nichts für die Uni getan, sondern nur gearbeitet. Vielleicht ist davon ja was abgefallen für die nächsten Wochen 😉

Bis bald! ❤

Physikum adé!

Liebe Banausen (und alle, die kein twitter haben 😉 )

Ich bin nun wieder zu Hause, sitze auf dem Sofa und erinnere mich, dass mir noch ein paar Leute die Daumen gedrückt haben. Danke an alle, die an mich gedacht haben die letzen Wochen! Nachdem ich aus dem Urlaub wieder zurück bin nun ein Bericht von der mündlichen Prüfung:

Ich glaube, so viel Angst hatte ich noch nie vor einer Prüfung! Gut war, dass mein Freund überraschend einen Tag früher kam und mich beruhigt hat, so gut er konnte. Am Tag der Prüfung hat er mich dann zur Anatomie gebracht, wo die Prüfung statt finden sollte.

Zuerst gab es ein Mikroskopier-Präparat und die Anatomiefrage, für beides hatten wir 20min Zeit, um uns vorzubereiten. Und was soll ich sagen? Wenn schon sch… Ihr wisst schon. Präparat kenne ich nicht und irgendwie machten mir meine Augen einen Strich durch die Rechnung: Ich habe NICHTS erkannt. Paar Drüsen, bisschen respiratorisches Epithel, das wars. Habe dafür das andere Thema ausführlich bearbeitet: Ventrikelsystem. Puh, so ungefähr die einzige Frage zum Gehirn, die ich halbwegs gut beantworten kann. Zum Präparat hab ich ein paar Tipps gekriegt, bis ich drauf gekommen bin, dass es der Kehlkopf ist. Den hatte ich mir mikroskopisch leider nicht noch mal angeguckt und kam ins Schlingern, bis er mir dann endlich Fragen zur Innervation und co. stellte. DAS kann ich zum Glück!

Physio war am Anfang auch ein bisschen kompliziert, weil ich durch Anatomie noch ziemlich irritiert war, aber es klappte alles ganz gut. Themen waren Sympathikus und Lungenfunktionstests.

Und dann kam Biochemie… Erste Frage: Glykogenstoffwechsel. Fuck! Natürlich hab ich das grob gelernt, aber direkt vor der mündlichen nicht noch mal angeguckt, daher mehr schlecht als recht die Fragen nur teilweise richtig beantworten können. Ups… Die Prüferin war dann etwas stinkig und gab mir das zweite Thema: Schilddrüsenhormone. Dazu hatten wir dann Zeit, während die anderen geprüft wurden, alles auf einen Zettel zu schreiben. Ich habe 1,5 Seiten voll geschrieben und sie hatte dann nur noch zwei Fragen dazu, meine Rettung! Ihr glaubt nicht, wie froh ich war noch ein Thema zu bekommen, das ich wirklich gut konnte!

Am Ende habe ich trotz einiger Defizite noch eine drei bekommen, damit bin ich vollkommen zufrieden, da die ersten Themen für mich einfach nicht so richtig toll waren und ich eigentlich wenn überhaupt mit einer vier gerechnet habe.

Mein Freund empfing mich mit einer Flasche Sekt und wir haben uns erstmal in die Sonner gesetzt. Vorklinik vorbei!! Endlich Urlaub! Endlich mal keine Fachücher lesen müssen und die Tage so verbringen, wie man möchte! Ich war so glücklich!!
Am Wochenende gab es dann eine große Party, zu der wir gegangen sind und danach sind wir erstmal nach Spanien abgehauen für zwei Wochen. Das war so erholsam! Nun habe ich noch drei Wochen frei, in denen ich arbeiten gehe und mal wieder ein paar Freunde besuche und dann beginnt endlich der spannende Teil des Studiums: Klinik!

Des Physikums erster Akt.

Dienstag war es dann endlich so weit: Der Tag des Physikums war da. Ich war ziemlich nervös und sehr froh, dass mein Freund da war und mich hingefahren hat. Vorher hat zum Glück niemand noch Fragen gestellt, das macht mich immer wahnsinnig! Eine halbe Stunde vor Beginn war Einlass, wir haben uns auf unsere Säle verteilt und die Plätze bezogen. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre fand ich, da die „Prüfer“ sich vorne unterhalten haben und wir nichts abgeben mussten, sondern unsere Taschen einfach unter den Tisch stellen durften. Wir haben uns dann noch zwanzig Minuten unterhalten, bis der übliche nicht schummeln – Markierungen richtig machen – wer pinkeln muss geht bitte leise – Sermon losging. Meine Nervosität hat sich wie erwartet dann auch gelegt. Um Punkt neun Uhr ging es los und ich kam recht zügig durch. Die Chemiefragen waren ziemlich blöd für mich, aber beim Rest hatte ich ein gutes Gefühl. Wie immer war ich nach 2,5h fertig und habe dann noch mal geguckt, dass ich auch alles so angekreuzt hatte, wie ich wollte. Fragen noch mal gelesen habe ich allerdings nicht, weil das für Gewöhnlich nichts bringt und ich nur falsch „korrigiere“.
Die anderen haben ziemlich blöd geguckt, als ich um zwanzig vor Zwölf mein Heft abgegeben habe, aber sitzen bleiben noch ne Stunde hätte ich dämlich gefunden.
Draußen habe ich meinen Freund angerufen, dass ich schon fertig bin und dann war ich erstmal sehr erleichtert: Der schwere Tag ist vorbei! Wir sind dann noch in die Stadt gegangen und haben den Tag schön ausklingen lassen, vor dem nächsten Tag hatte ich dann kaum noch Angst.
Am zweiten Tag war ich wieder sehr früh wach und konnte so in Ruhe etwas essen und Kaffee trinken. Mein Freund brachte mich wieder zur Prüfung und ich war sehr zuversichtlich, beinahe schon entspannt. Mein Gefühl hat sich auch nicht getäuscht, in Anatomie dachte ich zwar, nicht so viel gewusst zu haben wie sonst, Psycho lief aber wie immer sehr gut. Ich war um elf fertig und mein Freund und ich sind Kaffee trinken gegangen, bis ich meine Hefte abholen durfte um eins.
Nachmittags habe ich dann meine Ergebnisse angeschaut: Der erste Tag war bis auf Chemie sogar noch besser als erwartet und den zweiten Tag habe ich trotz nicht ganz so gutem Gefühl tatsächlich mit fast 85% gemacht. Das haben wir dann mit Essen und Wein ziemlich gefeiert, auch wenn die Medi Learn Ergebnisse natürlich nicht offiziell sind – ich denke mal, das wird wohl schon so stimmen. 😉 Abends wollten wir eigentlich noch raus gehen, aber ich war echt platt, sodass wir nur noch einen Film geschaut haben und dann ins Bett sind – übrigens ging das fast allen meiner Kommilitonen genauso. 😀

Gestern gab es dann bei meinem Anatomieprüfer eine Vorbesprechung für die mündliche Prüfung, vor der ich echt Angst habe. Passives Wissen fürs Kreuzen ist nun mal leider was völlig anderes als das aktive Wissen, das in der mündlichen logischerweise verlangt wird.. Naja, das wird schon irgendwie, meine Prüfer sind auf jeden Fall echt nett

Alles in allem braucht man vor der schriftlichen Prüfung auf jeden Fall keine Angst zu haben, die ist wirklich machbar finde ich. Und wahrscheinlich ist die mündliche auch nicht so schlimm, wie ich mir vorstelle: Wir werden sehen. Zwei Wochen habe ich ja auch noch!