Meine erste Famulatur

Hallo ihr Lieben,

heute schon der erste Bericht von meiner Famulatur: Es ist herrlich! Montag um 7:30 wurde ich direkt vom lieben PJler zum Blutabnehmen mitgenommen und durfte die Hälfte selber machen. Dann haben wir gemeinsam die Patienten aufgenommen und sind schon mal ein paar EKGs durchgegangen. Mit den beiden super netten Assistenzärzten haben wir dann alle Patienten besprochen und mir wurde viel erklärt. Genau so, wie es sein soll!
Am Dienstag dann das gleiche Spiel, nur dass dazu die Oberarztvisite kam, in der ich natürlich prompt ausgefragt wurde. Viele Fragen konnte ich beantworten und der Oberarzt verabschiedete sich mit „Sie sind schon sehr gut!“, da war ich schon ein bisschen stolz auf mich! Auch der Oberarzt ist übrigens richtig nett, genauso wie alle anderen Ärzte und PJler, die ich bisher kennen gelernt habe! Ich bin wirklich begeistert!
Heute habe ich dann auch alleine Blut abgenommen und eine Aufnahme gemacht, die ich hinterher mit der Stationsärztin besprochen habe. Und tatsächlich habe ich nur zwei kleine Sachen vergessen zu fragen, der Rest war okay. :

Sehr cool ist übrigens auch, dass es jeden Tag einen kurzen Fortbildungsvortrag gibt, zu dem wir auch kommen dürfen und sollen

Alles in allem bin ich ziemlich glücklich, auf einer so tollen Station gelandet zu sein und ich glaube, ich werde dort sehr viel lernen!
Fortsetzung folgt…

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Semesterferien

Hallo ihr Lieben!

Die Klausuren sind rum und die erste Woche der „Ferien“ auch. Diese Woche hatte ich komplett frei, was mir sehr gut getan hat. Endlich mal Zeit für andere Dinge als Lernen oder alternativ ein schlechtes Gewissen haben weil nicht gelernt…Herrlich!
Montag ist die freie Zeit allerdings schon vorbei, der geneigte Leser weiß warum: Praktikumszeit! Jetzt heißt das Praktikum allerdings Famulatur und hält (hoffentlich) mehr ärztliche Aufgaben bereit. Meine Aufgaben werden auf jeden Fall Anamnesen, körperliche Untersuchungen und Arztbriefe sein und ich hoffe mal, dass ich auch Blut abnehmen darf und vielleicht sogar ein paar von den kleinen Eingriffen, die hier gemacht werden zumindest zugucken darf. Assistieren wäre natürlich der Hammer… Wir werden sehen, ich bin irgendwie ziemlich aufgeregt und weiß gar nicht mal wirklich warum. Das Team ist auf jeden Fall sehr nett, wir waren im Untersuchungskurs schon auf der Station. Allerdings war sie da ziemlich unorganisiert und ich hoffe, das zieht sich nicht auch durch die Famulatur.
Was übrigens sehr passend ist, ist der Ostertermin: Vermutlich werde ich ganze vier Tage weniger arbeiten müssen, da an Karfreitag und Ostermontag ja sowieso nichts Geplantes passiert… Ich bin gespannt! 😀

Die Prüfungen habe ich bisher alle bestanden, wenn zwei auch knapp waren, aber das ist mir sooo egal nach diesem Semester! Die Aussage „nach dem Physikum wird alles besser“ ist ja mal sowas von gelogen gewesen… Mit Pathologie, MiBi, KliChi und Pharma hatten wir eigentlich mehr theroetisches Auswendiglernen als vorher. Aber ich bin mir sicher: AB JETZT wird es wirklich nur noch besser!

Das war es von mir, ihr lest demnächst sicher einen Famulaturbericht. Ich wünsche euch ein wunderbares Wochenende ❤

Schon wieder ein Histokurs?

Hallo ihr Lieben, lange ist es her aber nun habe ich endlich mal wieder was Vernünftiges zu berichten! Wie der Titel schon sagt, geht es um den nächsten Histokurs (Mikroskopieren und so, wisst ihr sicher noch!). Diesmal war aber natürlich nicht das gesunde Gewebe dran, sondern das kranke. Der ein oder andere ahnt es sicher schon: Wir sind in der Pathologie gelandet!

Die Pathologie-Lehre besteht bei uns nun im fünften Semester aus einer Vorlesung über allgemeine Pathologie und aus einem 10-stündigen Histokurs. Die Vorlesung war mal so, mal so. Die Stunden zur Tumorpathologie fand ich mega spannend, auch Entzündung war okay, während ich bei den Pathologien der Leber zum Beispiel dann doch nicht mehr richtig zugehört habe. Nun, das könnte aber auch an der Uhrzeit gelegen haben, diese Vorlesung war nämlich morgens um 8:00 und ich musste dafür in die Stadt fahren und dann ins ganz am Ende der Klinik gelegene Pathologische Institut. Hatte ’n bisschen was von Fernsehserie, wie dieses riesige alte Gebäude so völlig ab vom Schuss ganz alleine steht. Auch die Dozenten waren zugegebenermaßen teils etwas spooky! 😀

Nun aber zum Histokurs. Der erste Dozent war wirklich, wirklich grauenhaft. Er sprach Deutsch mit einem so starken Akzent, dass man kaum die normalen Sätze verstanden hat, bei Fachbegriffen war ich ganz raus. Kann er vielleicht nicht viel für, aber für Lehre in einem doch recht großen Hörsaal mit 60 Mann ist das einfach nichts. Gut, dass wir am zweiten Kurstag einen anderen Dozenten hatten, der auch geblieben ist. Er hat uns zunächst ganz allgemeine Veränderungen von Geweben gezeigt, wie die Hypertrophie (Vermehrtes Wachstum) des Herzens oder die Atrophie (Abbau) des Pankreas. Nach und nach kamen dann Entzündungen, Thrombosen, Gichtablagerungen und was nicht sonst alles dazu. Und ich muss sagen: Spannende Sache! Zwar bin ich im Mikroskopieren nicht besonders gut, weil ich irgendwie finde, dass das Meiste ziemlich gleich aussieht, aber da hab sogar ich ein bisschen was erkennen können. Cool war am Ende der Block zu Tumoren: Auch wir können anhand gar nicht so schwer zu entdeckender Gewebsveränderungen einen Tumor diagnostizieren und eigentlich ist auch die Klassifizierung gar nicht so schwer! Der Dozent war zwar anfangs viel zu schnell in seinem Vortrag, aber er hat zunehmend eigentlich alle Fragen klären können und am Ende waren wir wirklich gut auf die Prüfung vorbereitet, auch wenn man das vor der Prüfung nicht meint.
In der Prüfung habe ich dann ganz im Gegensatz zum Physikum beide Präparate erkannt und konnte mit ein bisschen Hintergrundwissen (na gut: Und zwei recht peinlichen Hängern…) eine Zwei bekommen. 🙂 Nun kommt nur noch die Klausur in Pathophysiologie, aber das ist dank unserer super Vorkliniklehre eigentlich nur Wiederholung.

Also, so schlimm ist dieses Semester eigentlich gar nicht, auch wenn ich im Oktober und November doch ziemlich gemeckert habe. Das lag daran, dass uns gesagt wurde, die Klinik wäre ganz anders und viel besser als die Vorklinik mit viel weniger auswendig lernen und so. DAS stimmt definitiv nicht, aber spannender ist es eigentlich schon! Und vor allem: Diesmal weiß ich, wofür es mal gut ist. 🙂

So, das wars erstmal von mir. Ich muss dringend weiter Pharma lernen! Drückt mir die Daumen für Freitag, das wird ein kleiner Tanz auf dem Seil für mich und meine Kommilitonen. Aber wird schon, hoffentlich!

Veränderungen

Manche Dinge ändern sich. Manche aber eben auch nicht.

 
Was hat sich geändert dieses Semester?
Ich bin in der Klinik, der Weg ist morgens jetzt nicht mehr so weit. Wir haben andere Fächer. Es sind „nur noch“ drei Jahre Studium. Der Stundenplan ist jede Woche anders, was es ein wenig kompliziert macht.

 
Was hat sich nicht geändert?
Leider macht es immer noch nicht so großen Spaß. Die Vorlesungen sind größtenteils immer noch super langweilig. Entweder, es ist alles nur Wiederholung aus Physio, oder der Dozent hat die Vitalität eines abgeschossenen Junkies.

 
Ich hab mich so auf die Klinik gefreut! Ich war motiviert! Ich war sogar drei Wochen lang in jeder Vorlesung. Aber es ist Unsinn. Pathologie ist manchmal ganz spannend, aber häufig ist es da auch Wiederholung aus Biochemie, wo ich nicht so gut mitkomme.
Pharma könnte interessant sein, dachte ich, aber die Vorlesung war auch nicht so besonders spannend. Aber da ist immerhin gut, dass es ganz viele verschiedene Dozenten sind, es kann also noch besser werden.
Und der Rest wird halt einfach wirklich von Leuten gehalten, denen man nicht lange zuhören kann. Einer ist ne Schlaftablette, der andere hat eine so unangenehme, schreiende Stimme, dass man gewillt ist Ohropax mitzubringen.

Naja. Vielleicht, wenn ich anfange mir die Sachen selber anzuschauen,  kommt die Motivation wieder. Ich hoffe es. Denn so macht dieses Studium einfach keinen Spaß – und das ist unheimlich frustrierend!

Es geht wieder los!

Hallo meine Lieben!

Morgen geht das Semester wieder los, endlich Klinik! Ich schwanke noch zwischen „gar nicht aufgeregt“ und „ich such mir schon mal nen Platz im Hörsaal“ 😀

Dieses Semester gibt es dann vor allem Patho und Pharma, da bin ich sehr gespannt drauf! Ich werde euch natürlich ausführlich davon berichten, bis dahin mache ich erstmal meine Seite zu Fächern in der Vorklinik fertig, da fehlt ja noch ein bisschen was.

Nun, das war’s auch schon von mir, ich habe die letzten Wochen pflichtgemäß nichts für die Uni getan, sondern nur gearbeitet. Vielleicht ist davon ja was abgefallen für die nächsten Wochen 😉

Bis bald! ❤

Physikum adé!

Liebe Banausen (und alle, die kein twitter haben 😉 )

Ich bin nun wieder zu Hause, sitze auf dem Sofa und erinnere mich, dass mir noch ein paar Leute die Daumen gedrückt haben. Danke an alle, die an mich gedacht haben die letzen Wochen! Nachdem ich aus dem Urlaub wieder zurück bin nun ein Bericht von der mündlichen Prüfung:

Ich glaube, so viel Angst hatte ich noch nie vor einer Prüfung! Gut war, dass mein Freund überraschend einen Tag früher kam und mich beruhigt hat, so gut er konnte. Am Tag der Prüfung hat er mich dann zur Anatomie gebracht, wo die Prüfung statt finden sollte.

Zuerst gab es ein Mikroskopier-Präparat und die Anatomiefrage, für beides hatten wir 20min Zeit, um uns vorzubereiten. Und was soll ich sagen? Wenn schon sch… Ihr wisst schon. Präparat kenne ich nicht und irgendwie machten mir meine Augen einen Strich durch die Rechnung: Ich habe NICHTS erkannt. Paar Drüsen, bisschen respiratorisches Epithel, das wars. Habe dafür das andere Thema ausführlich bearbeitet: Ventrikelsystem. Puh, so ungefähr die einzige Frage zum Gehirn, die ich halbwegs gut beantworten kann. Zum Präparat hab ich ein paar Tipps gekriegt, bis ich drauf gekommen bin, dass es der Kehlkopf ist. Den hatte ich mir mikroskopisch leider nicht noch mal angeguckt und kam ins Schlingern, bis er mir dann endlich Fragen zur Innervation und co. stellte. DAS kann ich zum Glück!

Physio war am Anfang auch ein bisschen kompliziert, weil ich durch Anatomie noch ziemlich irritiert war, aber es klappte alles ganz gut. Themen waren Sympathikus und Lungenfunktionstests.

Und dann kam Biochemie… Erste Frage: Glykogenstoffwechsel. Fuck! Natürlich hab ich das grob gelernt, aber direkt vor der mündlichen nicht noch mal angeguckt, daher mehr schlecht als recht die Fragen nur teilweise richtig beantworten können. Ups… Die Prüferin war dann etwas stinkig und gab mir das zweite Thema: Schilddrüsenhormone. Dazu hatten wir dann Zeit, während die anderen geprüft wurden, alles auf einen Zettel zu schreiben. Ich habe 1,5 Seiten voll geschrieben und sie hatte dann nur noch zwei Fragen dazu, meine Rettung! Ihr glaubt nicht, wie froh ich war noch ein Thema zu bekommen, das ich wirklich gut konnte!

Am Ende habe ich trotz einiger Defizite noch eine drei bekommen, damit bin ich vollkommen zufrieden, da die ersten Themen für mich einfach nicht so richtig toll waren und ich eigentlich wenn überhaupt mit einer vier gerechnet habe.

Mein Freund empfing mich mit einer Flasche Sekt und wir haben uns erstmal in die Sonner gesetzt. Vorklinik vorbei!! Endlich Urlaub! Endlich mal keine Fachücher lesen müssen und die Tage so verbringen, wie man möchte! Ich war so glücklich!!
Am Wochenende gab es dann eine große Party, zu der wir gegangen sind und danach sind wir erstmal nach Spanien abgehauen für zwei Wochen. Das war so erholsam! Nun habe ich noch drei Wochen frei, in denen ich arbeiten gehe und mal wieder ein paar Freunde besuche und dann beginnt endlich der spannende Teil des Studiums: Klinik!

Des Physikums erster Akt.

Dienstag war es dann endlich so weit: Der Tag des Physikums war da. Ich war ziemlich nervös und sehr froh, dass mein Freund da war und mich hingefahren hat. Vorher hat zum Glück niemand noch Fragen gestellt, das macht mich immer wahnsinnig! Eine halbe Stunde vor Beginn war Einlass, wir haben uns auf unsere Säle verteilt und die Plätze bezogen. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre fand ich, da die „Prüfer“ sich vorne unterhalten haben und wir nichts abgeben mussten, sondern unsere Taschen einfach unter den Tisch stellen durften. Wir haben uns dann noch zwanzig Minuten unterhalten, bis der übliche nicht schummeln – Markierungen richtig machen – wer pinkeln muss geht bitte leise – Sermon losging. Meine Nervosität hat sich wie erwartet dann auch gelegt. Um Punkt neun Uhr ging es los und ich kam recht zügig durch. Die Chemiefragen waren ziemlich blöd für mich, aber beim Rest hatte ich ein gutes Gefühl. Wie immer war ich nach 2,5h fertig und habe dann noch mal geguckt, dass ich auch alles so angekreuzt hatte, wie ich wollte. Fragen noch mal gelesen habe ich allerdings nicht, weil das für Gewöhnlich nichts bringt und ich nur falsch „korrigiere“.
Die anderen haben ziemlich blöd geguckt, als ich um zwanzig vor Zwölf mein Heft abgegeben habe, aber sitzen bleiben noch ne Stunde hätte ich dämlich gefunden.
Draußen habe ich meinen Freund angerufen, dass ich schon fertig bin und dann war ich erstmal sehr erleichtert: Der schwere Tag ist vorbei! Wir sind dann noch in die Stadt gegangen und haben den Tag schön ausklingen lassen, vor dem nächsten Tag hatte ich dann kaum noch Angst.
Am zweiten Tag war ich wieder sehr früh wach und konnte so in Ruhe etwas essen und Kaffee trinken. Mein Freund brachte mich wieder zur Prüfung und ich war sehr zuversichtlich, beinahe schon entspannt. Mein Gefühl hat sich auch nicht getäuscht, in Anatomie dachte ich zwar, nicht so viel gewusst zu haben wie sonst, Psycho lief aber wie immer sehr gut. Ich war um elf fertig und mein Freund und ich sind Kaffee trinken gegangen, bis ich meine Hefte abholen durfte um eins.
Nachmittags habe ich dann meine Ergebnisse angeschaut: Der erste Tag war bis auf Chemie sogar noch besser als erwartet und den zweiten Tag habe ich trotz nicht ganz so gutem Gefühl tatsächlich mit fast 85% gemacht. Das haben wir dann mit Essen und Wein ziemlich gefeiert, auch wenn die Medi Learn Ergebnisse natürlich nicht offiziell sind – ich denke mal, das wird wohl schon so stimmen. 😉 Abends wollten wir eigentlich noch raus gehen, aber ich war echt platt, sodass wir nur noch einen Film geschaut haben und dann ins Bett sind – übrigens ging das fast allen meiner Kommilitonen genauso. 😀

Gestern gab es dann bei meinem Anatomieprüfer eine Vorbesprechung für die mündliche Prüfung, vor der ich echt Angst habe. Passives Wissen fürs Kreuzen ist nun mal leider was völlig anderes als das aktive Wissen, das in der mündlichen logischerweise verlangt wird.. Naja, das wird schon irgendwie, meine Prüfer sind auf jeden Fall echt nett

Alles in allem braucht man vor der schriftlichen Prüfung auf jeden Fall keine Angst zu haben, die ist wirklich machbar finde ich. Und wahrscheinlich ist die mündliche auch nicht so schlimm, wie ich mir vorstelle: Wir werden sehen. Zwei Wochen habe ich ja auch noch!

Mein erstes Mal … (Teil 2)

… Reanimation!

8.44 Praktikant und ich gucken uns das Auto an, ich erkläre ihm noch ein bisschen was. „Aber mach dich darauf gefasst, dass eh nichts passiert. Wenn ich fahre geht es eigentlich immer Allen gut und mit Praktikant stehen dank Murphy die Autos eigentlich nur rum!“

8.45 *didelideliiiii* >bewusstlose Person<

Ja, ihr ahnt es. Ich hatte den Murphy-Bogen überspannt. In meinen 3 Jahren als Hauptamtliche Kutscherin und Aushilfe hatte ich sage und schreibe 0 -in Worten: null!- Reanimationen. Auch in dem Jahr als Praktikantin vorher nicht. Das sollte sich aber mit dem heutigen Tag ändern. Und auch das „eigentlich geht es allen gut“ wird sich noch als falsch erweisen – aber das ist noch eine andere Geschichte.

Wir ziehen uns also Schuhe und Jacken an, ich springe auf den Fahrersitz, mein Kollege hat die Tür grad zu und wir machen uns auf die erste Alarmfahrt des Tages. *krchkrch* „RTW von Leitstelle“ „Ja bitte?“ „Es handelt sich um eine Rea, Telefonrea durch Angehörige läuft“   Oh.    „Ja verstanden“

Ich musste kurz ein bisschen schlucken und fing dann an, nervös zu grinsen. „Ach, Peter… Das ist übrigens auch meine erste!“ „WAS?! Das ist jetzt nicht dein Ernst?“ „Doch… Schon.“ „Wie hast du denn das.. Ach egal. Kriegen wir alles hin. Du fängst einfach erstmal mit Drücken an und um den Rest kümmere ich mich schon!“

Kurzer Exkurs zu Peter: Es ist unsere erste Schicht zusammen und Peter kann mich zu Anfang nicht leiden. Das hat persönliche Gründe, auf die ich hier nicht näher eingehe. Aber seit Ende dieser Schicht kommen wir wirklich gut miteinander aus.

Als wir am Einsatzort ankommen, ziehe ich ziemlich nervös die Handschuhe an und hole EKG und Absaugung aus dem Auto. Wir laufen in ein Gebäude, das sehr nach ausgebauter Scheune aussieht. Nach der ersten Ecke sehen wir schon unseren Patienten: Blitzeblau zwischen Wohnzimmertisch und Sofa, ca. 70 Jahre alt und seine Frau kniet verzweifelt daneben und macht, was man als Reanimation bezeichnen könnte. Das hört sich jetzt hart an, aber war mein erster Eindruck. Nichts für Ungut. Ich knie mich neben sie „Wir übernehmen das jetzt, danke“ Ich mache noch eine kurze Atemkontrolle, während der Kollege schon die Defipads ausrollt. „Drück einfach!“ Gesagt, getan. Ich drücke also zum ersten Mal auf einem echten Patienten und was soll ich sagen? Es ist eigentlich wie an der Puppe. Nur, dass der Thorax oben schon auffällig weich war. Man könnte beinahe matschig sagen. Also hatte die gute Dame wirklich reanimiert vorher. Nicht schlecht! Der Prakti hat währenddessen den Koffer auf dem Wohnzimmertisch offen vor sich und sucht den Ambu-Beutel. In der Aufregung hat er erstmal nichts gefunden (Ja, auch bei dem größten Gegenstand im Koffer kann das passieren), aber nach einem kurzen „tief Durchatmen!“ von Peter ging alles reibungslos. Außer die Beatmung, die wollte einfach nicht ordentlich funktionieren. Der Praktikant übernimmt das Drücken, nachdem wir das erste Mal geschockt haben: Weiterhin Kammerflimmern.
Ich glaube, gedacht habe ich in der Situation kaum, ich habe meinem Kollegen einfach alles hingelegt, was er brauchte, irgendwann kam das NEF. Was die wohl gedacht haben? Beim Aufziehen von Amiodaron und Adrenalin zitterten natürlich meine Hände, wie immer. War aber nicht so tragisch, auch wenn man danach wahrscheinlich mich für die Praktikantin hielt. Aber nun gut, irgendwann ist halt immer das erste Mal!
Als der Notarzt zur Intubation schritt wurde auch klar, warum die Beatmung mehr schlecht als recht ging: Gebiss im Hals. Und zwar so tief, dass weder ich noch der Kollege es hätten sehen können. Nachdem das Gebiss aber raus, der Tubus drin und der mittlerweile dritte Schock abgegeben war, die Erleichterung: Eigenrhythmus! Kreislauf! Und deutlich weniger blau war der Patient auch.
„Alles okay bei dir?“ Das war der NEF Fahrer. Mir scheint, ich war etwas blass. Oder erhitzt. Aber es ging mir gut: Erste Rea gleich mit ROSC – sehr geil. Übrigens waren bis zu diesem Zeitpunkt keine 15min vergangen. Es kam mir allerdings wesentlich länger vor. Wir packen unsere Sachen ein, laden den Patienten per Schaufeltrage auf die Trage und bringen ihn in den RTW. Wir beginnen hinten mit der Kühlung und zeichnen alle Vitalparameter auf. Der Kollege fährt, da ich noch ziemlich viel Adrenalin habe und den Weg zum Krankenhaus nicht genau kenne. Auf der ganzen Fahrt hat der Patient einen ordentlichen Kreislauf und wir können ihn den Umständen entsprechend gut auf der Intensivstation abgeben.

Wir drei machen eine Nachbesprechung, in der uns Peter sehr lobt. Die Nervosität ist normal, dafür war alles sehr strukturiert. Er sagt mir hinterher nur, dass ich beim Adrenalin unbedingt ansagen muss, ob es pur oder verdünnt ist. Ich kenne es pur, in dem Kreis wird verdünnt. Ok, kann passieren. Sie haben es ja gemerkt, alles ist gut. Auf der Wache füllen wir recht gut gelaunt auf, der Praktikant bekommt einen EKG Ausdruck für sein Berichtsheft und wir knobeln aus, wer wann Kuchen mitbringt.

Auch eine Woche später befindet sich unser Patient bei recht guter Gesundheit, vielleicht waren wir also rechtzeitig da! Ich muss echt noch mal nachforschen, wie er entlassen wurde.

Das war sie also, meine erste Rea. Mittlerweile hatte ich manchmal schon richtiggehend Angst davor, da ich nun schon recht lange dabei bin und diese „Jungfräulichkeit“ die Sicherheit nicht grade steigert. Aber wie eigentlich zu erwarten war: Man funktioniert. Vielleicht gibt es ein paar kleine Fehler, aber mit einem guten Team geht das wirklich gut.

5 days to go

Eigentlich will ich ja viel öfter schreiben, aber immer wenn ich es vorhabe, mache ich dann doch was anderes… Nun ja. Ich denke mal, ihr versteht das ❤

In fünf Tagen ist die Prüfung und langsam bin ich recht zuversichtlich. Ich hab nun alles an Stoff wiederholt und werde mir nun neben dem Kreuzen noch mal meine Zusammenschrift angucken. Das ist ganz schön viel(1,5 Blöcke…)! Fürs schriftliche reicht es auf jeden Fall. Die spannende Frage ist nur: Ist davon auch genug aktives Wissen? Ich meine klar, im multiple choice Verfahren richtige Antworten zu geben ist nich weiter schwer. Aber ohne Antwortmöglichkeiten in freier Rede sein Wissen preis zu geben – noch davor vor 6 Leuten – ist eine ganz andere Sache. Mein Glück: Wenn es bei den Prüfern bleibt, sind alle drei sehr nett und legen Wert auf Zusammenhänge und nicht auf Kleinzeug. Das ist schon mal gut, denn dafür kann man einfacher lernen und sich am großen Ganzen halten.
Ich hoffe nur, ich kriege deren "Spezialthemen" bis dahin wirklich komplett auf die Reihe. Die BC Prüferin steht auf Blut und Immunsystem, das krieg ich zwar ganz gut hin, aber schmeiße Komplement- und Gerinnungsfaktoren schon mal in falsche Reihenfolgen. Mal sehen.
Die Physio Prüferin hatten wir in einigen Praktikumsversuchen, leider meist in denen, die mir nicht so gefielen. Aber sie mag es, wenn man Sachen aufzeichnen kann – Das krieg ich hin!
Der Anatomieprof ist ein ganz lieber, der aber leider den Histokurs macht. Ich muss also nochmal ordentlich Histo nachholen, weil da bin ich ohne Wahlmöglichkeiten doch manchmal etwas aufgeschmissen… Das praktische an der mündlichen ist da aber, dass man natürlich nicht nur einen winzigen Ausschnitt, sondern das ganz Präparat vorliegen hat. Da kann man sich oft einen besseren Überblick verschaffen. Und ich denke nicht, dass er ganz fiese Sachen machen wird.

Ich bin mittlerweile also wieder recht zuversichtlich, auch wenn vor allem mündliche Prüfungen mir immer den Schweiß auf der Stirn stehen lassen. Aber es hätte uns echt schlimmer treffen können und außerdem hab ich recht früh meine Prüfung und kann danach echt lange Urlaub machen. Darauf freue ich mich richtig!