Halbzeitgedanken.

Hallo ihr lieben Menschen, die eventuell noch meinen Blog lesen, auch wenn er ziemlich in der Versenkung verschwunden ist. In den letzten Monaten ist viel passiert und ich weiß gar nicht, was ich alles schreiben kann. Beziehungsweise, was ich schreiben kann weiß ich schon, was ich soll ist eher die Frage. Das ist auch ein Grund, warum hier nichts mehr kommt. Ja gut, und dass ich einen Haufen bei twitter schreibe und dann nicht mehr das Bedürfnis hab, es hier abzuladen. Naja. Erster Beitrag nach x Monaten, here you come:

Vielleicht fang ich erstmal mit jetzt an und schreibe dann ein paar Artikel, die ich dann nach und nach poste. Das wäre doch mal eine Idee. Die letzten Tage haben mal wieder ungefähr eine Million Leute gefragt, was ich denn später mal machen möchte. Standardantwort ganz früher: Neurochirurgin. Standardantwort vor und am Anfang des Studiums: Kardiochirurgin. Standardantwort bis vor kurzem: Irgendwas mit Kardio (…vermutlich Innere, weil Kardiochirurgie sich schlecht mit Familie vereinbaren lässt…). Standardantwort jetzt: Ja, was eigentlich? Ich versuche mich momentan aus der Affäre zu ziehen und irgendwas unverfängliches zu sagen. Meistens „Irgendwas mit Chirurgie“ oder weiterhin „Irgendwas mit Kardio“. Man kann ja eh sagen was man will, merkt sich kaum einer. Aber was WILL ich denn eigentlich?

Neulich, vor dem Semester, hab ich eine Woche in einem nahegelegen Klinikum schon mal ein paar Wahlfachstunden gesammelt. Mit dabei war ein Tag in der Gyn. Ich hab das vermeintlich kürzere Streichholz gezogen und „musste“ in den OP, statt in den Kreißsaal zu „dürfen“. Was dann folgte, war aber eigentlich klar: Kolibri ist geknickt, weil sie Babies holen wollte und nicht durfte. Kolibri zieht statt dessen die grünen Klamotten an und fühlt sich schon wieder ein bisschen besser: Endlich mal wieder im OP! Und diesmal nicht zum Striche machen. Anästhesie – zumindest der Teil mit den OPs – wäre ja mal so gar nichts für mich. Aber OPs, tja, die finde ich cool. Und dann? Einfach daneben stehen? Pustekuchen! Die Chefärztin höchstpersönlich zeigt mir, wie man sich wäscht; die (es gibt sie also doch!) nette OP-Schwester hilft mir beim Steril anziehen und schwupp – ich stehe am Tisch und halte Haken. Und das ist so viel besser als Babies holen und vor allem scheine ich das sogar zu können. Ihr mögt jetzt vielleicht fragen wollen, was man daran nicht können kann, aber glaubt mir einfach: Es ist nicht so einfach, sich in seinem ersten OP Aufenthalt nicht unsteril zu machen, keinem im Weg zu stehen, die Haken zur Zufriedenheit der Chefin zu halten und auch noch die ein oder andere Frage beantworten zu können. Ich war hinterher zwar klatschnass, aber glücklich. Scheiß auf Babies, operieren will ich!  Tja, und da steh ich also nun wieder vor der Ausgangsfrage: Was will ich eigentlich nach dem Studium machen? Gut, es ist erst Halbzeit. Ich hab noch drei Jahre. Aber es wäre schon sinnig, wenn man die in Frage kommenden Fächer mal ausprobiert hat vorher. Das Problem an der Sache ist aber, dass man von den vier Famulaturen nur zwei in der Klinik machen darf. Die anderen beiden müssen in einer Praxis oder Ambulanz sein, eins davon Hausarzt. Na toll. Jetzt stehe ich also vor der Frage, wie kriege ich verdammt noch mal Gyn, Kardiochirurgie und die eigentlich noch gewünschte Palliativmedizin in eine verbleibende Famulatur? Manchmal hasse ich diese dämlichen Vorschriften. Mehr als diese eine Klinik-Famulatur schaffe ich nämlich nicht mehr, außer ich mache nach dem zehnten Semester noch eine oder ich setze ein Semester aus. Toll. Ja gut, ich könnte auch einfach meine Pläne für nächstes Jahr im Sommer noch mal kippen, aber das ist es dann wahrscheinlich auch nicht wert.

Fazit des heutigen Blogbeitrags ist die Frage: Wie soll man sich denn bitte entscheiden, bei der riesigen Anzahl an interessanten Fächern?

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